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Sven-David Müller
Sven-David Müller
Tebonin mit Ginkgo-Spezielaextrakt
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Die präventiven und therapeutische Effekte einer Gemüse- und Obst-reichen Ernährungsweise Drucken E-Mail
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Die präventiven und therapeutische Effekte einer Gemüse- und Obst-reichen Ernährungsweise - Seite 1
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Sind Obst und Gemüse tatsächlich so gesund?

Sind Obst und Gemüse tatsächlich so gesund?

Eine Obst- und Gemüsereiche Ernährung kann die Entstehung und den Verlauf unterschiedlicher chronischer Erkrankungen positiv beeinflussen. Insbesondere bestimmte Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen wie Hyperlipoproteinämie, Adipositas, oxidativer Stress und Hyperhomocysteinämie können durch Befolgen der sogenannten „5-am-Tag-Regel“, d. h. dem Verzehr von 5 Portionen Obst und Gemüse täglich, sowie teilweise auch durch geeignete Nahrungsergänzungsmittel signifikant reduziert werden. Gegenüber Krebserkrankungen verfügt der Körper über eine Reihe von Abwehrmechanismen, die durch eine Obst-Gemüsereiche Kost aktiviert werden können. Das Krebsrisiko kann dadurch nachweislich in Mundhöhle und Rachen, Speiseröhre, Magen, Dickdarm und Lunge gesenkt werden, eine Risikoreduktion ist wahrscheinlich für Kehlkopf-, Pankreas, Brust- und Blasen-Karzinome. Es wird dargestellt wie bestimmte Nahrungsbestandteile aus Obst und Gemüse die  unterschiedlichen Abwehrmechanismen gegenüber Krebserkrankungen beeinflussen. Andere chronische Erkrankungen, die in Entstehung und/oder Verlauf anscheinend durch eine Obst-Gemüse-reiche Ernährung beeinflusst werden können, sind Katarakt, altersabhängige Makuladegeneration, Morbus Alzheimer und Depressionen. Das Immunsystem älterer Menschen, das häufig geschwächt ist, profitiert ebenfalls von einer solchen Kost.

Schlüsselwörter: Obst- und Gemüse-reiche Ernährung, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebserkrankungen, Katarakt, altersabhängige Makuladegeneration, Morbus Alzheimer, De-pression, Hypercholesterinämie, oxidativer Stress, erhöhte Homocysteinspiegel, Vitamine A, C, E, B6, B12, Folsäure, sekundäre Pflanzenstoffe, Carotinoide, Anthocyane, Saponine, Monoterpene, Glucosinolate, Phenolsäuren, Sulfide, Flavonoide, Phytoöstrogene

Summary: A diet rich in fruits and vegetables can have positive effects on the development and progress of various chronic illnesses. Especially certain risk factors for cardiovascular diseases such as  hyperlipoproteinemia, obesity, oxidative stress and hyperhomocysteinemia can be reduced significantly by following the recommended 5-a-day rule, i. e. eating five portions of fruits and vegetables daily, or in some instances by consuming nutritional supplements. On the other hand the human body is equipped with a number of defense mechanisms to fight cancer, which can be activated by a diet rich in fruits and vegetables. It  has been demonstrated that following the 5-a-day-rule reduced the risks for cancer in mouth and throat, esophagus, stomach, colon and lungs, a probable benefit was shown for carcinomas of larynx, pancreas, breast and bladder. The ways , by which various constituents of fruits and vegetables influence the defense mechanisms against cancer, are summarized. Other chronic ill-nesses whose development and progress can probably be influenced by a diet rich in fruits and vegetables are cataract, age-dependent macular degeneration, Alzheimer's disease and depression. The immune system of elderly people, who often suffer from a certain degree of immune dysfunction, can also benefit by this type of nutrition.

Key words: diet rich in fruits and vegetables, cardiovascular disease, cancer, cataract, age-dependent macular degeneration, Alzheimer's disease, depression, hypercholesterinemia, oxi-dative stress, elevated homocysteine plasma levels, vitamins A, C, E, B6, B12, folic acid, phytochemicals, carotinoids, anthocyanes, saponines, monoterpenes, glucosinolates, phenolic acid, sulfids, flavonoids, phytoestrogens


Einleitung: Im Jahre 2001 beruhten laut WHO von den 56,5 Mio. berichteten Todesfällen 59% auf chronischen Erkrankungen, der Anteil an allen Erkrankungen betrug 46% (1). Nach Ansicht der WHO-Experten wäre ein Großteil dieser Krankheiten durch eine veränderte Ernährungsweise vermeidbar gewesen. Insbesondere das Auftreten von kardiovaskulären
Erkrankungen, verschiedenen Krebsarten, Übergewicht und Diabetes mellitus könnte allein durch Ernährungsumstellung wesentlich reduziert werden. Um dieses Ziel zu erreichen sollten täglich mindestens 400 - 800 g Obst und Gemüse oder fünf Portionen („5-am-Tag-Regel“) verzehrt werden (2). Eine Vielzahl von Inhaltsstoffen machen Obst und Gemüse besonders gesundheitsfördernd.  Neben Vitaminen und Mineralien sind in den letzten Jahren vor allem die sogenannten sekundären Pflanzenstoffe ins Zentrum des ernährungswissenschaftlichen Interesses gerückt. Im Hinblick auf die gesundheitliche Situation der Bevölkerung, die angespannte finanzielle Lage der Krankenkassen und das relative Schattendasein der Ernährungsmedizin scheint es an der Zeit, die positiven Einflüsse einer Obst- und Gemüse-reichen Kost zusammenfassend darzustellen.

Teil 1: Einflüsse von Gemüse und Obst auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen

In zahlreichen Studien konnten die gesundheitsfördernden Wirkungen einer Obst- und Gemüse-reichen Ernährung nachgewiesen werden. Panagiotakos et al. zeigten in einer Untersuchung mit 848  Patienten und 1078 Kontrollpersonen, dass diejenigen mit einem Obstverzehr im oberen Quintil im Vergleich zur Gruppe im unteren Quintil ein um 72% reduziertes Risiko für koronare Herzerkrankung (KHK) hatten. Pro täglich verzehrter Obstportion nahm das Ri-siko um 10% ab. Wurde mehr als 3 mal pro Woche Gemüse gegessen, sank das KHK-Risiko im Vergleich zu Gemüseverweigerern um 70% (3). In einer großen dänischen Studie mit 54506 Probanden, von denen innerhalb von 4 Jahren 266 wegen eines Schlaganfalls hospitalisiert wurden, fand man heraus, dass insbesondere eine Obst- reiche Ernährung das Schlaganfallrisiko deutlich reduzierte: das Quintil mit dem höchsten Obstkonsum hatte ein um 40% geringeres Risiko im Vergleich zum untersten Quintil (4). Wichtige Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen können durch eine Obst- und Gemüse-reiche Ernährung beeinflusst werden. Dazu gehören die Hyperlipoproteinämie, Adipositas (welche häufig wesentlich zur Entstehung von Bluthochdruck und Diabetes mellitus Typ 2 beiträgt), oxidativer Stress und erhöhte Homocysteinspiegel im Blut. Die positiven Wirkungen einer Obst- und Gemüse-reichen Ernährungsweise auf das Lipidprofil werden wesentlich auf den Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen zurückgeführt. Ein Wirkungsnachweis konnte bisher erbracht werden für das zu den Carotinoiden  gehörende Lykopen (5), mit Einschränkung für das Monoterpen D-Limonen (6), für Saponine (7), Sulfide (8) sowie die zu den Flavonoiden gehörenden Lignane (9). Lycopen hemmte in vitro die Aktivität des Schlüsselenzyms der Cholesterinsynthese 3-Hydroxy-3-Methyl-glutaryl- Coenzym-A-Reduktase (HMG-Co-a-Reduktase) und senkte die Plasma-LDL-Konzentration beim Menschen in vivo (5). Auch D-Limonen und bestimmte Sulfide können dieses Enzym hemmen und so möglicherweise die Plasma-LDL-Konzentration senken (6,8). Die Cholesterin-senkende Wirkung einiger Saponine beruht wahrscheinlich einerseits auf der Bildung eines unlöslichen Saponin-Cholesterin-Komplexes im Intestinaltrakt, wodurch die Absorption des Cholesterins vermindert wird. Andererseits wird durch Saponine der enterohepatische Kreislauf der primären Gallensäuren gehemmt, so dass diese vermehrt mit den Faeces ausgeschieden werden. In der Folge müssen primäre Gallensäuren in der Leber aus dem körpereigenen Cholesterinpool neu synthetisiert werden, was zur Senkung des Gesamtcholesterinspiegels führt (7).

 

Die Bedeutung der Lignane kann noch nicht abschließend beurteilt werden. Es gibt Tierversuche sowie epidemiologische und klinische Studien, die auf eine positive Wirkung dieser sekundären Pflanzenstoffe auf das Lipid- und Lipoproteinprofil im Plasma hinweisen (9). Darüber hinaus wurde in einer prospektiven Studie eine inverse Korrelation zwischen der Enterolacton-Konzentration im Plasma und dem Herzinfarktrisiko beschrieben. Enterolacton entsteht im Dickdarm durch Umwandlung aus verschiedenen Lignanen durch die Darmflora (9). Sulfide reduzieren das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen auch noch durch ihre antithrombotische Wirkung, da sie die Thrombocytenaggregation hemmen und die Fibrinolyse aktivieren können (8). Ein ähnlicher Effekt wurde bei Flavonoiden beobachtet, allerdings in Konzentrationen, die beim Menschen durch Nahrungsaufnahme nicht zu erreichen sind (9). Auch Anthocyane sowie das fettlösliche Vitamin E können die Thrombocytenaggregation hemmen (10, 11).



Letzte Aktualisierung ( Samstag, 25. September 2010 )
 

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