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Sven-David Müller
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Jodmangel: Da kriegen viele Menschen in Deutschland einen dicken Hals Drucken E-Mail
Noch immer leiden viele Menschen in Deutschland an Jodmangel

(Berlin – 22. Oktober 2007): Seit Jahrzehnten ist in Deutschland eine Strumaendemie bekannt, ausgelöst durch Jodmangel, rüttelt heute das Deutsche Kompetenzzentrum für Gesundheitsförderung und Diätetik e.V. in Köln auf. Deutschland ist nach wie vor ein echtes Jodmangelland und das führt zum Kropf (Struma), betont der DKGD-Vorsitzende Sven-David Müller. Eine im Dezember 1993 verabschiedete Verordnung ermöglicht die Verwendung jodierten Speisesalzes in lose verkauften Nahrungsmitteln ohne Deklarierung sowie einen simplen Hinweis auf Jodsalz in abgepackten Lebensmitteln. Da aber in der Bundesrepublik Deutschland das sogenannte Freiwilligkeitsprinzip gilt, entscheidet jeder Verbraucher selbst, ob er jodierte Lebensmittel konsumiert, und auch jeder Landwirt, ob er sein Futtermittel mit Jod anreichert. Noch immer nutzen viel zu wenig Menschen die Möglichkeit der optimalen Jodversorgung, so Müller.




In den folgenden Jahren kam es erfreulicherweise zu einem deutlichen Anstieg des Jodkonsums in Deutschland. So konsumieren inzwischen 80-90 Prozent der Haushalte jodiertes Speisesalz. Die Study of Health in Pomerania (SHIP) untersuchte zwischen 1997 und 2001 im Nordosten Deutschlands die Jodversorgung der erwachsenen Bevölkerung und kam zu dem Ergebnis, dass sie nach wie vor im unteren wünschenswerten Bereich liegt. Trotz einer verbesserten Jodversorgung treten laut SHIP noch in großem Maße Schilddrüsenerkrankungen durch Jodmangel auf. Viele Menschen kriegen durch die Fehlernährung weiterhin einen dicken Hals, betont Müller, Ernährungsexperte beim Deutschen Kompetenzzentrum für Gesundheitsförderung und Diätetik e.V. Um die Jodmangelproblematik endgültig zu lösen empfehlen die DKGD-Experten ausschließlich Jodsalz und damit hergestellte Produkte zu verzehren. Außerdem sollte wöchentlich zweimal Seefisch auf dem Teller landen und ausreichend Milch ist ebenfalls wichtig!

Literatur
Thamm M, Ellert U, Thierfelder W et al. Jodurie bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Ergebnisse des Jodmonitorings im Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS).Ernährung 2007;1; Heft 5: 220-224  

Buchtipp: Ernährungsratgeber Schilddrüse, Christiane Weißenberger und Sven-David Müller, Verlag Schlütersche, 12,90 Euro

Deutsches Kompetenzzentrum für Gesundheitsförderung und Diätetik e.V., Vorstand, www.dkgd.de

Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 2. September 2010 )
 

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