Nachricht

Abnehmen durch Brottrunk, Kefir und Co?

27.01.2012
von Sven-David Müller

Wieso Brottrunk, Kefir und andere Probiotika beim Abnehmen hlefen können: Eine gesunde Darmflora ist nicht nur wichtig für das Wohlbefinden. Sie kann auch gegen Krankheiten wie das Reizdarmsyndrom oder gegen Stoffwechselerkrankungen wie Übergewicht vorbeugen. Die ellviva-Redaktion verrät Ihnen, was Sie tun können, damit Ihre Darmflora gesund bleibt. Eine gestörte Darmflora kann nicht nur Magenkrankheiten auslösen. Es besteht auch das Risiko für die Entstehung von Stoffwechselerkrankungen wie Übergewicht oder das Reizdarmsyndrom (RDS). Das sind die die Ergebnisse einer Studie, die Professor Dr. med. Stephan Bischof, Direktor des Instituts für Ernährungsmedizin der Universität Hohenheim Stuttgart, auf einer Fortbildungsveranstaltung für Immunologie und Mikrobiom (DGIMM) in Hohenheim vorgestellt hatte.

Was ist ein Reizdarmsyndrom?

Das Reizdarmsyndrom (RDS) ist in der Bevölkerung weit verbreitet. Man spricht von einem Reizdarmsyndrom, wenn über einen Zeitraum von einem Vierteljahr wiederholt die folgenden Symptome beobachtet werden: Blähungen, Bauchkrämpfe sowie eine Veränderung des Stuhlgang in Frequenz und Konsistenz. Auch psychische Veränderungen können bei einer gestörten Darmaktivität auftreten.
Die Symptome ähneln denen anderer Krankheitsbilder insbesondere bestimmter Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Um das Reizdarmsyndrom zu diagnostizieren, muss der Mediziner daher eine Laktose- oder Fruktose- Unverträglichkeit, eine Magen-Darm-Entzündung oder Darmkrebs ausschließen.

Zusammenhang zwischen einer gestörten Darmflora und dem Reizdarmsyndrom

Eine veränderte Darmflora kann die Funktion der Darmbarriere stören. Die Darmbarriere beschreibt die Fähigkeit der Darmwand zu entscheiden, welche Stoffe in den Darm und welche Stoffe aus dem Darm heraus gelangen. Das gewährleisten die Epithelzellen an der Darmwand und die dort befindlichen Schlussleisten, auch tight junctions genannt. Diese funktionieren so ähnlich wie ein Ventil oder eine Schleuse. Bei einem Leck dieser Schlussleisten können Giftstoffe oder Allergene aus der Darmumgebung in den Körper gelangen und dort eine Kettenreaktion von Entzündungen auslösen. Eine mögliche Folge ist das Reizdarmsyndrom.

Welcher Zusammenhang besteht zwischen der Darmflora und Übergewicht?

Im Darm übergewichtiger Menschen dominiert die Bakteriengruppe der Firmicutes. Diese Bakterien verändern die Flora des Darms und wirken sich dort direkt auf den Energiestoffwechsel aus. Dadurch werden mehr Enzyme produziert, die mehr komplexe Kohlenhydrate spalten, die für die Energiegewinnung nutzbar gemacht werden können. Diese Eigenschaft hat die im Darm normalgewichtiger Menschen dominierende Bakteriengruppe der Bacteroidetes nicht. Das Mehr an Energie wird in die Fettzellen gespeichert. Dazu sagt Professor Dr. Stephan Bischoff: „Es steht bis zu zehn Prozent mehr Energie aus der Nahrung zur Verfügung, die in die Fettdepots gespeichert werden kann. Der Wirkungsgrad der Nahrung steigt – Übergewicht ist damit vorprogrammiert.“

Was hilft die Darmflora im Gleichgewicht zu halten?
Bestimmte probiotische Lebensmittel, die Milchsäurebakterien (Lactobazillen) beinhalten, können bei täglichem Verzehr die natürliche Balance der Darmflora wiederherstellen. Das kann zu einer Neubildung der für die Darmbarriere sehr wichtigen Schlussleisten führen und die Kettenreaktion von Entzündungen wieder bremsen. Zu diesen Lebensmitteln zählen Joghurt, frisches Sauerkraut, probiotische Drinks oder Brotdrunks. Auch wenn Kefir keine Milchsäurebakterien beinhaltet, wirkt er ebenfalls probiotisch. Das heißt, er enthält lebensfähige Mikroorganismen, die sich positiv auf die Darmgesundheit auswirken können. In der Rezeptdatenbank von ellviva befinden sich zahlreiche Rezepte mit Zutaten wie Joghurt, Sauerkraut oder Kefir. Weitere Informationen: http://www.ellviva.de/Gesundheit/Darmflora-staerken-Uebergewicht.html

Das Ratgeberportal im Internet heißt ellviva
Das Ratgeberportal ellviva.de ist ein Online-Angebot mit der Kern-Zielgruppe Frauen. Themenschwerpunkte sind Gesundheit mit über 60.000 redaktionellen Seiten, aber auch Wellness und Schwangerschaft. ellviva setzt auf qualitativ hochwertigen und detaillierten Content, zum Beispiel zu Krankheiten und Medikamenten.

Redaktion: Patrick Jiranek und Sven-David Müller, ellviva-Redaktion

Juvesco GmbH / ellviva.de
Sven-David Müller (Medizinjournalist), MSc.
Gutleutstraße 30
60237 Frankfurt am Main
presse at ellviva.de

Zurück

© All rights reserved