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Abwarten und Tee trinken - Die Welt des Tees

30.11.2012
von Sven-David Müller

Tee ist nach Wasser das am meisten konsumierte Getränk der Welt. Mit fast 1,5 Millionen Tonnen ist die Volksrepublik China der größte Teeproduzent. Das Ratgeberportal ellviva.de geht dem Aufgussgetränk auf den Grund, verrät, wie der Tee vom Strauch in unsere Tassen gelangt und gibt viele Informationen rund um die verschiedenen Teesorten:

Tee-Geschichte
Einer Legende nach soll der chinesische Kaiser Chen Nung im Jahre 2737 v. Chr. durch einen Zufall den Tee entdeckt haben. Mit einer Schale voll heißem Wasser soll er unter einem Teestrauch gesessen haben, von dem ein Blatt in seine Schale fiel. Sicher ist nur, dass bereits seit über 5000 Jahren in China Tee kultiviert wird. Anfangs diente vor allem der grüne Tee als Arzneimittel. Buddhistische Mönche brachten den Tee 552 n.Chr. nach Japan. Erst um 1610 kam der Tee schließlich auf dem Seeweg nach Europa. Die Niederländische Ostindien-Kompanie importierte ihn aus China und Japan nach Europa. Später löste die  Britische Ostindien-Kompanie die Niederländer im Teehandel ab.

Lange Transportwege minderten die Tee-Qualität

Da der Seeweg von China und Japan nach England mehrere Monate bis über ein Jahr dauern konnte, waren die Qualität und das Aroma des Tees massiv beeinträchtigt. Erst die Eröffnung des Sueskanals 1869 verkürzte den Seeweg zu den Tee-Anbaugebieten stark. Mitte des 17. Jahrhunderts fand der Tee über die Niederlanden seinen Weg endlich auch nach Deutschland. Einhundert Jahre später machte Tee bereits den größten Anteil an den nach Europa verschifften Waren aus.

Tee-Politik: Die Boston Tea Party
Am 16. Dezember 1773 enterten Bürger der nordamerikanischen Stadt Boston im Hafen liegende englische Handelsschiffe und warfen deren gesamte Tee-Ladung über Bord. Grund für diesen politischen Protest war der vom englischen Parlament beschlossene Teezoll, der ohne Zustimmung der amerikanischen Kolonisten erhoben wurde. „No taxation without representation!“ war ihr Leitspruch. Tee durfte zu dieser Zeit ausschließlich von der Britische Ostindien-Kompanie verkauft und eingeführt werden. Somit hatten andere Anbieter keine Chance im Tee-Geschäft. 1775 erklärte das englische Parlament die Nordamerikaner zu Rebellen. Mit Kriegsschiffen nahm man vor dem Bostoner Hafen Stellung, zwang ihn zu Schließung und die Bostoner zur Zahlung von Schadensersatz.

Der Anfang vom Ende der britischen Kolonialherrschaft in Nordamerika
Diese Machtdemonstration löste einen allgemeinen Aufstand gegen das britische Mutterland aus, der in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776 gipfelte. Die britische Krone konnte dies nicht ohne Weiteres hinnehmen: 1776 kämpfte die 32.000 Mann starke britische Besatzungsarmee gegen nur 8.000 bewaffnete amerikanische Siedler unter der Führung von George Washington. Dank der Unterstützung von französischen, deutschen und polnischen Offizieren konnten die Kolonisten trotz ihrer zahlenmäßigen Unterlegenheit nicht besiegt werden. Acht Jahre später gab England auf und erkannte die amerikanische Unabhängigkeit an.

Tee-Anbau und Ernte
Im Laufe der Zeit hat sich der Anbau von Tee zu einer gewaltigen Plantagenwirtschaft entwickelt und ist in vielen Ländern ein bedeutsamer Wirtschaftsfaktor. Die wichtigsten Lieferanten für den deutschen Markt sind Indonesien, China, Indien und Sri Lanka. Da Tee ein Naturprodukt ist, enthalten fast alle Markentees Teemischungen aus verschiedenen Anbauregionen, um jahreszeitlich bedingte Qualitätsschwankungen auszugleichen. Während seiner Wachstumsperioden kann Tee alle ein bis zwei Wochen geerntet werden. Die beste Qualität wird nach wie vor durch eine Ernte per Hand erzielt. Für ein Kilogramm fertigen Tee müssen etwa acht Kilogramm frische Teeblätter gepflückt werden.

Die Teepflanze
Die Teepflanze gehört zur Gattung der Kameliengewächse. Aus den beiden Urpflanzen Camellia Sinensis und Thea Assamica gingen zahlreiche Kreuzungen hervor, die auf die speziellen Anforderungen verschiedener Anbaugebiete abgestimmt sind. Die immergrünen Pflanzen können mit 120 bis 140 Jahren ein hohes Alter erreichen. Tee benötigt ein tropisches bis subtropisches Klima und wächst auch in höheren Lagen bis zu 2.500 Metern.

Tee-Baum und Tee-Strauch
Die Camellia Sinensis ist auch als Tee-Strauch bekannt und hat ihren Ursprung in den bergigen Regionen Südwestchinas. Sie ist frostresistent und kommt auf eine Wuchshöhe von bis zu zweieinhalb Metern. Die Blüten des Teestrauchs sind von gelblich-weißer Farbe, die Blätter sind kurzstielig mit gezahntem Rand. Aus den tropischen Regenwäldern stammt der Thea Assamica, der Teebaum. Mit seines großen Blätter erreicht er eine Höhe von bis zu 20 Metern. Die Früchte beider Pflanzen sind hartschalig, ähneln einer Haselnuss. Für die Teeproduktion werden sowohl die Blätter, als auch Knospen, Blüten und Stängel verwendet und enthalten dicke Samen. In einigen wenigen Anbaugebieten, unter anderem Darjeeling, findet noch der ursprüngliche Teestrauch für die Teeproduktion Verwendung. Die meisten Plantagen wirtschaften hingegen mit Kreuzungen der beiden Urpflanzen.

Tee-Anbaugebiete rund um die Welt

Auf Sri Lanka ist die Tee-Industrie mit mehr als einer Million Beschäftigten der größte Arbeitgeber. Hier wächst Tee hauptsächlich im Südwesten, in Höhenlagen zwischen 650 und 2000 Metern. Der Tee wird noch immer unter dem ehemaligen Landesnamen Ceylon vertrieben. Im Gegensatz zu China exportiert Sri Lanka etwa 90 Prozent des Tees, während China oder auch  Indien aufgrund ihres hohen Eigenbedarfs nur etwa 20 bis 30 Prozent an den Export abgeben. China kennt seit mindestens 1.800 Jahren kommerziellen Teeanbau. Hauptanbaugebiete befinden sich vor allem im südlichen Teil des Landes. Auf Java, einer der vier indonesischen Hauptinseln, wächst Tee über die gesamte Insel. Dank des tropischen Klimas kann hier Tee über das gesamte Jahr hinweg geerntet werden. Besonders hochwertig sind Tee-Ernten zwischen Juli und September.

First, second und third Flush: Tee-Ernte in Indien

In Indien, an den südlichen Berghängen des Himalaya gelegen, liegt das bekannte Tee-Anbaugebiet Darjeeling. Die Erntezeit ist von März bis November und in drei Haupterntezeiten unterteilt. In der ersten Ernte von März bis April wird der hochwertigste Tee, auch als „First Flush“ (= erste Pflückung) bezeichnet, geerntet. Die späteren „Second Flush“ und „Third Flush“ sind von geringerer Qualität.

Assam: Das größte Tee-Anbaugebiet
Auch das größte zusammenhängende Anbaugebiet der Welt liegt in Indien. In der feucht-heißen Hochebene von Assam, das sich rund 600 Kilomenter entland des Brahmaputra-Flusses erstreckt, kann dank des optimalen Klimas fast das ganze Jahr über Tee geerntet werden. Auch in Ländern, wie Kenia, Japan, Malaysia, Argentinien oder Peru gibt es große Anbaugebiete von Tee. Für den deutschen Markt haben sie allerdings nur eine geringe Bedeutung.

Tee-Produktion: Die orthodoxe Methode

Meistens landen die gepflückten Teeblätter gleich nach der Ernte in einer Teefabrik. Es gibt zwei unterschiedliche Verarbeitungsmethoden, die orthodoxe und die sogenannte CTC-Methode.
Bei der orthodoxen Methode wird den Teeblättern zunächst Feuchtigkeit entzogen. Dieser Vorgang wird Welken genannt. Die Teeblätter werden dazu auf einer Welkdröge ausgebreitet und bis zu 12 Stunden lang getrocknet. Im nächsten Schritt werden die gewelkten Blätter gerollt. So tritt der Zellsaft aus, was sowohl die Entwicklung der ätherischen Öle, als auch den Vorgang des Fermentierens auslöst. Für die Fermentation, einem Oxidationsvorgang, wird der Tee auf einem Fermentationstisch ausgebreitet. Bei 34 bis 40 Grad Celsius Umgebungstemperatur und 95 Prozent Luftfeuchtigkeit wird ihm warme Luft zugeführt. Der Tee verliert in diesem Schritt seinen bitteren Geschmack, da die in den Teeblättern enthaltenen bitteren Polyphenole oxidieren.

Der Trocknungs-Vorgang

Ist der gewünschte Fermentations-Grad erreicht, wird der Vorgang unterbrochen. Für etwa 20 Minuten kommen die Blätter anschließend bei 90 bis 95 Grad Celsius in einen Heißlufttrockner, bis nur noch etwa sechs Prozent Feuchtigkeit im Tee enthalten ist. Während des Trocknungsvorgangs klebt der beim Rollen ausgetretene Zellsaft an den Blättern an und löst sich erst später beim Aufguss wieder. Durch die Trocknung hat der Tee nun eine dunkelbraune bis schwarze Färbung. Im letzten Schritt wird der Tee nach Größen getrennt und sortiert. Grundsätzlich sind vier Blattgrade von grob bis fein zu unterscheiden: Blatttees, Broken-Tees, Fannings und Dust. Für Teebeutel werden fast ausschließlich Fannings und Dust verwendet.

Die CTC-Teeproduktion
CTC steht für die englischen Begriffe Crushing, Tearing und Curling, was zermalmen, zerreißen und rollen bedeutet. Der gesamte Produktionsvorgang ist im Gegensatz zur orthodoxen Methode erheblich verkürzt. Da die produzierten Blattgrade eher kleiner ausfallen, ist die CTC-Methode besonders für die Produktion von „Teebeutel-Tee“ geeignet. Nach dem Welken werden die Teeblätter für eine halbe Stunde gerollt. Anschließend kommt die CTC-Maschine zum Einsatz, in der die Blätter zunächst zerdrückt, danach zerrissen und schließlich gedreht werden. Die Produktionskosten sind deutlich geringer als bei der orthodoxen Methode. Auch weniger gut sortiertes Material kann verarbeitet werden, da die fertigen Teeblätter durch die starke Bearbeitung alle den gleichen Blattgrad besitzen.

Grüner Tee oder schwarzer Tee

In der Produktion entscheidet sich, ob aus den Blättern ein grüner oder ein schwarzer Tee wird. Grüner Tee wird nicht gewelkt, sondern nach japanischer Art gedämpft oder nach chinesischer Art geröstet. Die Fermentation entfällt. Daher behält der Tee seine grüne Farbe. Eine Mischform zwischen grünem und schwarzem Tee ist der Oolong. Die Blätter fermentieren nur am Rand und tendieren geschmacklich je nach Oxidationsdauer mehr zu grünem oder schwarzen Tee. Wegen seiner besonderen Herstellungsart wird der Oolong auch „halbfermentierter Tee“ genannt.

Weißer Tee und gelber Tee
Für den weißen Tee werden die Tee-Blätter geerntet, wenn sie noch in einer Knospe geschlossen und von den feinen, weißen Härchen gesäumt sind. Die Erntezeit ist extrem kurz, meist nur 20 Tage von Mitte März bis Anfang April. Während schwarzer oder grüner Tee schnell getrocknet wird, ist der Trocknungs-Prozess beim weißen Tee langwierig. Wie auch beim grünen Tee findet keine Fermentation statt. Durch die schonende, langsame Verarbeitung und die kurzen Erntezeiten ist weißer Tee viel teurer als andere Teesorten. Gelber Tee ist eine Zwischenstufe zwischen grünem und Oolong-Tee. Er wird nach dem Trocknen jedoch nicht, wie grüner Tee, sofort weiterverarbeitet, sondern kühlt für einige Stunden ab.

Tee-Arten
Streng genommen gibt es nur grünen, schwarzen, weißen, gelben und Oolong Tee. Kräuter- oder Früchtetees sind laut Lebensmittelrecht nur „teeähnliche Erzeugnisse“. Sie bestehen aus getrockneten Pflanzen- oder Fruchtteilen, werden aber genau wie richtiger Tee mit heißem Wasser aufgebrüht.

Aromatisierter Tee
Aromatisierte Tees erfreuen sich großer Beliebtheit. Diesen Tees werden Gewürze oder Aromastoffe zugesetzt, um den Geschmack zu verfeinern. Einer der bekanntesten aromatisierten Teesorten ist der „Earl Grey“, ein Schwarztee mit Bergamottenöl aromatisiert. Bergamotten gehören zur Gattung der Zitrusfrüchte. Allerdings werden sie hauptsächlich wegen der enthaltenen Duftstoffe und nicht als „Speise-Obst“ angebaut. Auch der mit Jasminblüten aromatisierte grüne Jasmintee ist vielerorts sehr beliebt.

Tee-Genuss international
Viele Länder haben eine eigene Teekultur. Teilweise wird der Teegenuss in besonderen Zeremonien gewürdigt. Die Zubereitungsarten unterscheiden sich teilweise erheblich.

Chinesischer Teegenuss
In seinem Geburtsland China ist Tee-Genuss ein Zeichen von Geselligkeit und Freundschaft und heute ein tägliches Nahrungsmittel. Noch heute wird Gästen als Begrüßungsritual eine Tasse Tee angeboten. In speziellen Teehäusern, in Restaurants aber auch im eigenen Heim, zu besonderen Anlässen werden Teezeremonien durchgeführt. Häufig zelebrieren die Chinesen die Zeremonie zusammen mit einer ausgedehnten Mahlzeit.

Japanische Tee-Zeremonie
Auch Japan ist bekannt für seine Teezeremonien. Jedem Handgriff fällt dabei eine besondere, symbolische Bedeutung zu. Für die Zeremonie wird Matcha, japanischer grüner Pulvertee verwendet, der mit Hilfe eines Bambusbesens mit heißem Wasser dickflüssig aufgeschäumt wird. Als Kontrast zum eher bitteren Geschmack des Matcha genießen die Japaner süßes Gebäck dazu. Der beliebteste Tee in Japan ist der grüne Sencha.

Salzig, würzig oder süß: indischer Tee
Inder trinken ihren Tee je nach Region entweder stark und süß oder aber salzig mit Ziegenmilch oder Yakbutter, die aus der Milch asiatischer Rinder (Yaks) gewonnen wird. Eine weitere Variante des indischen Tees wird auch bei uns gern in getrunken: Tee mit kochender Milch und verschiedenen Gewürzen wie Zimt, Nelken, Anis und Kardamom – Chai-Tee!

Tee der Zaren
In Russland hingegen hat Milch im Tee nichts verloren. Dafür nimmt man vor dem Teegenuss ein Stück Zucker oder einen Löffel Marmelade in den Mund, um das stark aufgebrühte Getränk zu süßen. Mitte des 18. Jahrhunderts war Teetrinken im ganzen Reich verbreitet, als die Russen den Samowar erfanden. Diese „Teemaschinen“ waren meist groß und mit kunstvollen Verzierungen geschmückt. Das wannenartige Gefäß wurde früher mit Holzkohle oder Petroleum erhitzt, heute gibt es fast nur noch Elektro-Modelle. In einem separaten Kessel wird ein stark konzentrierter Tee zubereitet, der mit heißem Wasser aus dem Samowar anschließend auf die gewünschte Stärke verdünnt wird.

Tea time in England: Tee-Zeit in England
Eine große Tradition hat das Teetrinken in England. Die „tea time“ ist auf der Insel eine regelrechte Lebensart. Vom „early morning tea“ über den „afternoon tea“ bis hin zum weltberühmten „five o’clock tea“ ist Tee für viele Engländer noch heute eine unverzichtbare Tradition.

Tee auf Friesisch

Spitzenreiter im Tee-Trinken sind die Engländer jedoch nicht. Die Ostfriesen trinken mit Abstand den meisten Tee - weltweit. Während der Durchschnittsdeutsche auf etwa 26 Liter pro Jahr kommt, trinkt der gemeine Ostfriese fast 300 Liter. Auch der Ostfriesentee hat seine Besonderheiten in der Zubereitung. Zwei bis drei Löffel der Friesenteemischung, die aus Assam- und Ceylon-Tee besteht, werden in eine Kanne gegeben und ein wenig kochendes Wasser eingeschenkt, sodass die Blätter gerade so im Teewasser schwimmen. Erst nachdem der Tee etwa fünf Minuten gezogen hat, wird die Kanne bis an den Rand mit kochendem Wasser aufgefüllt. Bevor der Ostfriese seinen Tee in die Tasse gießt, gibt er ein „Kluntje“ (Stück Kandis) hinein. Die Tasse wird nur etwa zu Dreivierteln mit dem Tee gefüllt, damit noch Platz für die „Wulkje“, das Sahnewölkchen, ist. Echte Ostfriesen rühren den Tee übrigens nicht um!

Die richtige Tee-Zubereitung
Optimaler Tee-Genuss fängt schon bei der Kanne an. Es ist zwar nicht entscheidend, aus welchem Material die Teekanne gefertigt ist, wohl aber deren Reinigung. Eine Teekanne sollte niemals mit Spülmittel, sondern nur mit heißem Wasser gespült werden, um den Teegeschmack nicht zu beeinträchtigen. Das optimale Teewasser sollte weich, kalkarm und möglichst frei von Eigengeschmack sein. Die richtige Temperatur variiert je nach Sorte. Grüner Tee benötigt meist etwa 75 Grad Celsius, beim Schwarztee ist bis zu 95 Grad Celsius heißes Wasser notwendig. Wie viel Tee man pro Tasse oder Kanne einsetzt, ist dem persönlichen Geschmack überlassen. Je größer die Tee-Menge, desto kräftiger der Geschmack. Ein gestrichener Teelöffel pro Tasse gilt als grober Richtwert.

Teebeutel, Sieb oder Tee-Ei?

Teeblätter brauchen Bewegungsfreiheit. Die beste Zubereitungsart ist, den Tee in einem separaten Gefäß aufzubrühen, in dem die Teeblätter frei herumwirbeln können. Nach dem Ziehen wird der Aufguss durch ein Sieb in eine vorgewärmte Kanne oder Tasse gegossen. Ein großes Teesieb, in dem die Blätter genügend Platz haben, ist für die Zubereitung ebenfalls geeignet. Tee-Eier hingegen bieten dem Tee zu wenig Raum und sollten nicht zum Einsatz kommen.

Wie lange Tee ziehen sollte
Die Ziehdauer ist abhängig von der gewünschten Wirkungsweise. Anregend wirkt Tee bei einer kurzen Ziehdauer von zwei bis drei Minuten. Direkt nach dem Aufgießen geben die Teeblätter vor allem Koffein ab. Die beruhigende Gerbsäure (Tannin) löst sich erst nach einigen Minuten. Soll der Tee daher entspannen oder beruhigen, ist eine längere Ziehdauer von bis zu fünf Minuten nötig. Teebeutel können aufgrund ihrer feinen Teepartikel um etwa eine Minute kürzer ziehen. Sie geben ihre Inhaltsstoffe schneller ab als lose Tees.

Tee und Gesundheit

Tee enthält eine ganze Reihe von wohltuenden, gesunden Inhaltsstoffen. Nicht nur in der kalten Jahreszeit tut man sich und seinem Körper mit einem Tässchen Tee etwas Gutes. Wissenschaftliche Studien wiesen nach, dass Tee vor zahlreichen Erkrankungen schützen kann:

Tee schützt die Zähne

Regelmäßiger Teegenuss schützt vor Karies und Zahnfleischerkrankungen. Das vor allem in schwarzem Tee enthaltene Flourid stärkt den Zahnschmelz, das Antioxidationsmittel Catechin hemmt Entzündungsreaktionen bei Zahnfleischbakterien und greift in den Stoffwechsel des Kariesbakteriums „Streptococcus mutans“ ein. Damit wird die Kariesbildung gehemmt. Aber auch auf Plaquebildung hat Teegenuss Einfluss. Polyphenole und Flavonoide verlangsamen die Umwandlung von Stärke in Traubenzucker. Traubenzucker ist Grundlage für die Produktion von zahnschädigenden Säuren, die die Plaquebakterien bilden.

Wirksamer Schutz in der Erkältungszeit: Tee

Sowohl grüner als auch schwarzer Tee schützt vor Viren und Bakterien und kann sogar die Wirkung bestimmter Antibiotika verbessern. Verantwortlich dafür sind die enthaltenen Catechine. Vor allem Erkältungs- und Durchfallerreger, aber auch Erreger von Harnwegsinfekten und Lebensmittelvergiftungen sind gegenüber den Catechinen empfindlich. Polyphenole und Flavonoide im Tee verbessern das gesamte Immunsystem und erhöhen die körpereigene Abwehrkraft.

Tee gegen Krebs

Tee kann sogar Krebserkrankungen vorbeugen und das Wachstum von Tumorzellen hemmen. Die im Tee enthaltenen Antioxidantien helfen, das Krebsrisiko zu reduzieren. In zahlreichen Studien mit grünem Tee werden derzeit neue Therapieoptionen bei Krebserkrankungen erforscht.

Anti-Aging Wirkung von Tee

Auch die Haut, Knochen und Gefäße profitieren von den wertvollen Inhaltsstoffen. Flavionide im Tee sorgen für eine Steigerung der Elastizität der Blutgefäße. Freie Radikale werden unschädlich gemacht, vorzeitige Hautalterung und auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen können somit verhindert werden.

Schlank mit grünem Tee

Grüner Tee verbessert die Fettverbrennung. Mit einer Kanne Tee am Tag verbrennt der Körper etwa 70 zusätzliche Kalorien. Weiterhin begrenzt grüner Tee die Aufnahme von Glukose in die Fettzellen. Natürlich trägt Tee auch zur allgemeinen Flüssigkeitsversorgung bei.

Tee-Märchen
Lange hielt sich das Gerücht, dass Teekonsum zu Eisenmangel führe. Eine Studie der Universität Jena konnte dies jedoch widerlegen. Ebenso falsch ist die Behauptung, Gicht-Patienten sollen keinen Tee trinken, da Koffein und der Wirkstoff Theophyllin die Krankheit verschlimmern würden.

Im Gesundheits-Kanal von ellviva.de gibt es weitere Artikel rund um Gesundheit und Wohlfühlen. Ob das Kultgetränk „Bubble Tea“ auch so gesund wie normaler Tee ist verrät ellviva.de im Artikel „Wie viel Tee ist in dem Getränk Bubble Tea?“ (http://www.ellviva.de/Kochen-Geniessen/Getraenk-Tee.htm l).

Tee Rezepte
Chai Tee
Zutaten für 2 Tassen
3 Tassen Wasser
1 Tasse Milch
3 grüne Kardamom-Kapseln
2 Nelken
1 TL Fenchelsamen
½ TL Anis
2 Stangen Zimt
½ TL fein gehackten Ingwer
2 EL schwarzer (Ceylon-)Tee
2-3 EL Honig
• Das Wasser zusammen mit den Nelken, Fenchelsamen, Anis, Zimtstangen, Ingwer und den Kardamom-Kapseln in einem Topf zum Kochen bringen und bei geringer Hitze 8-10 Minuten kochen lassen.
• Dann die Milch zugeben und weitere 5 Minuten köcheln lassen.
• Den Tee zugeben, aufkochen und je nach Stärkewunsch 2-5 Minuten ziehen lassen.
• Durch ein Sieb gießen und nach Belieben mit dem Honig süßen.

Backen mit Tee

Matcha-Marmorkuchen
Zutaten:
250 g Mehl
150 g Zucker
200 g weiche Butter
4 Eier
100 ml Milch
1 Prise Salz
15 g Matcha (japanischer grüner Pulvertee)
1 Pck Backpulver
Puderzucker (zum Verzieren)
 
• Das Mehl mit dem Backpulver, dem Zucker und dem Salz mischen.
• Eiweiß und Eigelb der Eier trennen. Das Eiweiß steif schlagen und die restlichen 50 g des Zuckers einrieseln lassen.
• Das Eigelb zusammen mit der Butter schaumig schlagen, dabei die Milch hinzufügen.
• Die Eigelb-Butter-Mischung zum Mehl zugeben und das steif geschlagene Eiweiß unterheben.
• Den Teig auf zwei Schüsseln aufteilen.
• Ein Teig mit dem Matcha grün einfärben.
• Den Matcha-Teig in eine eingefettete Kastenbackform geben. Den hellen Teig auf die grüne Teigmasse in die Form füllen und mit einer Gabel spiralförmig durchziehen.
• Bei 170 °C für ca. eine halbe Stunde backen.
• Anschließend mit dem Puderzucker verzieren und servieren.
Jetzt wird’s friesisch
Friesentee
Zutaten
Friesentee-Mischung (2/3 Assam Tee, 1/3 Ceylon Tee)
Kluntje (Kandis)
Sahne
Wasser
 
• Pro Tasse einen Teelöffel des Tees in eine vorgewärmte Kanne geben.
• Mit kochendem Wasser aufgießen und 3-5 Minuten ziehen lassen.
• Den fertigen Tee durch ein Sieb in eine Servierkanne gießen.
• In eine Tasse 2-3 Kluntje (Kandis) geben und zu etwa zwei Dritteln mit dem Tee aufgießen.
• Für die Tee-Sahne die Sahne mit Wasser mischen und den oben schwimmenden Rahm abschöpfen.
• Mit einem Löffel das Sahne-„Wulkje" auf den Tee setzen.

Weitere Rezeptideen mit Tee und Informationen zu Tee, Kräutertee und Früchtetee unter www.ellviva.de. Redaktion: Jennifer Kosche und Sven-David Müller von der Ratgeberredaktion der ellviva-Redaktion.

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