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Alles über Wein

28.12.2012
von Sven-David Müller

Wein liegt die Wahrheit, behauptet der Lateiner. Es dürfte kaum ein Genussmittel geben, das auf eine längere Tradition zurückblickt. Beim Anbau und der Herstellung von Wein kommen zum Teil jahrhundertealte Kenntnisse und Fertigkeiten zum Einsatz. Die ellviva.de-Redaktion beschäftigt sich ausführlich mit Wein, seiner Geschichte, seiner Herstellung, seiner Vielfalt und nicht zuletzt mit der Frage, inwieweit Wein unserer Gesundheit nützt oder schadet.
Wein ist ein alkoholisches Getränk, das aus den vergorenen Saft von Weintrauben produziert wird. Beim Anbau von Wein und in der Weinkellerei kommen Techniken zum Einsatz, die dem fertigen Wein eine hohe biochemische Komplexität und eine große geschmackliche Vielfalt verleihen. Im Laufe der Jahrhunderte sind Dutzende von verschiedenen Weintrauben-Arten für die Weinherstellung verwendet oder eigens gezüchtet worden. Diese werden auch als Rebsorte bezeichnet und sind ein entscheidender Faktor für die Eigenschaften des fertigen Weins.

Nicht alles mit Obst und Alkohol darf sich Wein nennen
Die Rechtsprechung der Europäischen Union macht genaue Vorgaben, inwieweit ein Getränk als Wein bezeichnet werden darf. Demnach darf die Handelsbezeichnung Wein nur bei vergorenen Getränken verwendet werden, deren Früchte von der Weinrebe stammen. Außerdem muss der Alkoholgehalt bei mindestens 8,5 Prozent liegen. Wird der Wein noch während des Gärprozesses getrunken, darf er lediglich als Jungwein vertrieben werden. Zu den Jungweinen gehören beispielsweise Neuer Wein (Federweißer und Federroter). Ab einem Druck von 3 Bar wird Wein mit einem Gehalt an perlendem Kohlendioxid-Gas als Schaumwein bezeichnet. Zu diesen zählen Sekt und Champagner. Beträgt der Druck in der Flasche weniger als 2,5 Bar, spricht man von halbschäumenden Wein. Prosecco aus Italien und Perlwein aus Deutschland gehören zu dieser Kategorie.

Apfelwein, Cidre & Co.

Wurde das Wein-Getränk aus einer anderen vergorenen Frucht oder Grundzutat als Weintrauben hergestellt, muss die Handelsbezeichnung um den Namensbestandteil dieser Frucht oder Grundzutat ergänzt werden oder durch eine andere Handelsbezeichnung ersetzt werden. Das ist beispielsweise bei Apfelwein aus Hessen, Vietz aus dem Saarland oder Cidre aus Frankreich und England Fall. Diese aus Äpfeln hergestellten Frucht-Weine werden wie Met, bei dem Honig die Grundzutat ist, den weinähnlichen Getränken zugeordnet. Auch wenn bei Sangria aus Spanien Rotwein die Grundzutat ist, darf er nicht mit der Handelsbezeichnung Wein vertrieben werden. Das spanische Getränk, das meistens als Bowle serviert wird, zählt zu den weinhaltigen Getränken, da Sangria mit Fruchtstücken, Weinbrand und Fruchtsaft gemischt mit. Das Gleiche gilt für Weinschorlen, die in der Regel mit kohlensäurehaltigem Mineralwasser gemischt werden. Diese heißen in Süddeutschland und Österreich auch Gespritzter. Das weinhaltige Getränk Wermut wird mit Kräutern und Gewürzen versetzt.

Whiskey, Wodka, Rum & Co sind Branntweine
Branntwein ist ein juristischer Begriff und findet im Zusammenhang mit dem Jugendschutzgesetz und dem deutschen Steuerrecht Verwendung sowie in der Rechtsprechung der EU. Gemeint sind Spirituosen, beispielsweise Whiskeys, Wodka, Obstbrände oder Rum, die durch Brennen und Destillation hergestellt werden und einen Alkoholgehalt von mindestens 15 Prozent haben. Branntwein ist nicht zu verwechseln mit Likörweinen. Bei diesen wird Wein mit Weinbrand gemischt, sodass ein Alkoholgehalt von über 17,5 Prozent entsteht, damit die Hefen absterben und der Gärprozess gestoppt wird. Getränke wie Sherry oder Portwein verdanken diesem chemischen Prozess ihren süßlichen Geschmack.

Die Geschichte des Weins

Die Wein-Rebe ist eine der ältesten heute noch lebenden Pflanzen der Welt. Die Wilden Wein gab es vermutlich schon in der Kreidezeitältesten Wildreben gab es schon in der Kreidezeit – etwa vor etwa 100 Millionen Jahren. Das Alter der Menschheit wird auf 200.000 Jahre geschätzt. Die ersten 190 Jahrtausende seines Daseins mussten die Menschen noch ohne Wein fristen. Archäologen schätzen aufgrund der Entdeckung von etwa 10.000 Jahre alten Traubenkernen im Nahen Osten, dass die Menschen dort ungefähr um das Jahr 8.000 vor Christus damit begannen, Wein aus wilden Trauben herzustellen. Die ersten Nachweise für die Herstellung von Wein stammen ungefähr aus dem Jahr um 6.000 vor Christus von den Hochkulturen aus dem Nahen Osten beziehungsweise aus Mesopotamien. Der Übergang zur kultivierten Rebe hat Archäologen zufolge vor ungefähr 3.000 Jahren im heutigen Georgien und etwas später in Ägypten stattgefunden. Im Alten Ägypten wurde Wein auch erstmalig schriftlich erwähnt. Eine große Rolle spielte der Anbau von Wein auch im antiken Griechenland.

Die Germanen verdanken den Römern den Wein

In Mitteleuropa begann das Anbauen von Wein-Stöcken vermutlich vor etwa 2.000 Jahren. Die Römer tranken sehr gerne Wein, mussten aber feststellen, dass dessen Transport über Alpen in das von ihnen besetzte Germanien sehr aufwendig war. Deshalb entschlossen sie sich, Reben aus der Heimat mit nach Germanien zu nehmen, um dort Wein anzubauen beziehungsweise, um neue Rebsorten zu züchten, die auch in der gemäßigten Klimazone wachsen konnten Eines der wichtigsten kulturellen Zentren des Römischen Reichs außerhalb Roms war Trier an der Mosel. Gegen Ende des 2. Jahrhunderts nach Christus war Trier ein bedeutendes politisches und kulturelles Zentrum im Römischen Reich. Die Region um die Mosel ist noch heute eines der wichtigen Weinanbaugebiete in Deutschland.

Karl der Große ließ den Wein-Anbau regeln

Die Römer hinterließen den Germanen das Know-how, Wein zu kultivieren und Wein herzustellen. Die germanischen Stämme pflegten auch nach ihrer Christianisierung die Tradition des Weinbaus. Wein wurde für den aufkommenden Adel und Klerus zu einem Wirtschaftsfaktor, weshalb der Fränkische Kaiser Karl der Große im 8 Jahrhundert den Reben-Anbau, die Herstellung und den Vertrieb von Wein regeln ließ. In späteren Jahrhunderten erlangte der Klerus die Vorherrschaft über das Anbauen von Wein. Sein Monopol verlor dieser erst während der Besatzung Mitteleuropas durch Napoleon, der auf den für diese Region wichtigen Wirtschaftsfaktor Wein nicht verzichten wollte.

Der Reblaus den Garaus
gemacht Mitte des 19. Jahrhunderts löste die Reblaus in den Wein-Anbaugebieten eine schwere Krise aus. Die Reblaus ist ein kleines Insekt, das zu der Familie der Läuse gehört und ursprünglich aus Nordamerika stammt. Wegen des transatlantischen Handels gelangte die Reblaus über Handelsschiffe nach Europa. Dort zerstörte sie viele Weinstöcke und ganze Ernten. Verschiedene regionale Rebsorten und die Tradition, mehrere Rebsorten auf einem Weinberg zu vermischen, verschwanden. Erst mit der Pfropfrebe, einem Verfahren, bei dem die Winzer eine heimische Rebsorte auf einer nordamerikanischen Wurzel gedeihen ließen, wurden die mitteleuropäischen Winzer Anfang des 20. Jahrhunderts der Reblaus Herr.

Der Wein-Anbau

Bevor der Winzer die Setzlinge seiner Reben aussetzt, muss er eine Reihe von Faktoren berücksichtigen. Einen großen Einfluss auf die Qualität der Weintrauben haben die Region, das Klima, die Beschaffenheit des Bodens sowie die Auswahl der Rebsorte. Auch die Erziehungsform beeinflusst die Trauben-Qualität. Darunter wird die Anbautechnik verstanden. In der heutigen Zeit werden die Weinreben meistens an Drahtrahmen aufgereiht.

Der Lebenszyklus des Wein-Stocks
Nachdem ein Winzer seinen Wein-Stock gepflanzt hat, muss er noch drei bis fünf Jahre warten, bis er diesen zum ersten Mal lesen kann. Anschließend kann er ihn etwa drei bis vier Jahrzehnte für den Weinbau nutzen. Mit der Zeit verringert sich der Ertrag noch älterer Rebstöcke. Dafür haben deren Weintrauben eine größere Konzentration an Aroma- und Geschmacksstoffen.

Wann wird Wein gelesen?
Die Haupterntezeit die Wein-Trauben beginnt im Spätsommer und endet im Spätherbst. Der Zeitpunkt der Lese wird im Wesentlichen von der Rebsorte bestimmt. Diese werden nicht alle zum gleichen Zeitpunkt reif. Im Allgemeinen reifen die Weißweinsorten vor den Rotweinsorten. Manche Rebsorten (Silvaner) werden relativ früh im Jahr gelesen. Andere Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Merlot und Riesling werden erst spät im Jahr geerntet. Die Weine aus diesen Rebsorten weisen in der Regel auch einen höheren Alkohol- und Zuckergehalt aus, als Weine aus früh gelesenen Rebsorten.

Grad Oechsle bestimmen den Zuckergehalt von Wein

Die Maßeinheit für den Zuckergehalt ist Grad Oechsle, benannt nach dem Mechaniker Ferdinand Oechsle (1774 bis 1852) Die meisten Traubenarten werden jedoch zu dem Zeitpunkt gelesen, bei dem sie ihre optimale Reife erreicht haben. Der Winzer bezeichnet den Reifegrad als hochreif. Für den genauen Zeitpunkt der Ernte beziehungsweise Weinlese sollte der Weinbauer außerdem das Wetter sehr genau beobachten. Er muss die Entscheidung treffen, wann er die Trauben ernten möchte. Erntet er sie zu früh, besteht die Gefahr, dass sie noch nicht richtig ausgereift sind. Wartet er hingegen ein paar Tage oder Wochen, geht er das Risiko ein, dass ein eventuell aufziehendes Unwetter seine Reben beschädigt.

Wie wird Wein gelesen?
Die Wein-Trauben werden mit der Hand oder speziellen Maschinen geerntet. Die Handlese ist relativ zeitaufwendig und teuer. Sie gewährleistet aber, dass nur die reifen Trauben geerntet werden. Die Lese mit speziellen Erntemaschinen ist bei Weitem ergiebiger hat aber den Nachteil, dass Blätter und Erde ins Lesegut geraten können und dass die Trauben leicht beschädigt werden. Die Trauben müssen dann mit der Hand noch einmal nachgelesen werden. Liegen die Weinstöcke ungünstig, beispielsweise an einem steilen Hang, ist häufig nur die Handlese möglich.

Prädikats-Wein
Für Qualitäts-Weine gibt es bei der Auslese von Traubengut verschiedene Qualitätsstufen. Die höchste ist das Prädikat Auslese. Die Mindestanforderung in Deutschland sind vollreife Trauben mit einem Zuckergehalt von 95 Grad Oechsle. Der vorgeschriebene Zuckergehalt für das Prädikat Spätlese liegt im Allgemeinen bei 85 Grad Oechsle und für das Prädikat Kabinett bei 73 Grad Oechsle. Ein besonderes Prädikat für Wein ist Eiswein. Bei diesem werden die Trauben gefroren bei mindestens minus 7 Grad Celsius geerntet und gepresst. Der in Weinbeeren enthaltene Zucker bindet weder Fruchtsäuren noch gefrorenes Wasser. Aus diesem Grund entstehen süße säurereiche Weine. Eine beliebte Rebsorte zur Herstellung von Eiswein ist Riesling.

Die Herstellung von Weißwein

Nach der Ernte werden die gelesenen Weintrauben entrappt. Dabei werden die Beeren mit der Hand oder maschinell von ihrem Stielgerüst entfernt. Diese werden anschließend mithilfe einer Mühle zerdrückt. Es entsteht ein dickflüssiges Gemisch aus Saft, Fruchtfleisch, Kernen und Stielen. Dieses wird Maische genannt. Diese wird in eine Presse gegeben und zu Most gepresst. Der Pressvorgang sollte behutsam vorgenommen werden, damit die Kerne und Stiele nicht mitgepresst werden. Aus dem Most werden anschließend die Häute, Stiele und Kerne aussortiert. Aus dem so gewonnen Trester wird in Italien Grappa hergestellt.

Wein: Klärung, Schönung und Schwefelung

Der Most wird anschließend von seinen Trübteilchen entfernt. Dieser Vorgang wird Klärung genannt. Dabei kommen Separatoren, spezielle Zentrifugen, zum Einsatz, die Stoffe mit einer unterschiedlichen Dichte voneinander trennen können. Ein weiteres Filterungsverfahren ist die Schönung. Bei dieser werden verschiedenen, Fällungsmittel eingesetzt – beispielsweise reine Ascorbinsäure (Vitamin C), bestimmte Gerbstoffe, Gelatine oder Eiklar. Diese binden größere Teilchen mit einer schlechten Löslichkeit elektrostatisch an sich und lassen sie im Gärbehälter absinken.

Schwefeldioxid verbessert die Haltbarkeit von Wein

Der Most wird anschließend mit Schwefeldioxid oder schwefelhaltiger Säure geschwefelt. Die Schwefelung verbessert die Haltbarkeit des Weins und hat zwei Aufgaben. Zum Ersten soll der Wein vor Oxidation geschützt werden, damit der Wein seine Farbe beibehält und keine unerwünschten Geschmacksnoten entwickelt. Zum Zweiten soll verhindert werden, dass der Wein später makrobakteriell verdirbt. Außerdem soll das Wachstum unerwünschter Starterkulturen (Hefen und Milchsäurebakterien) und somit eine nicht gewollte Fermentation verhindern. Es gibt auch die Möglichkeit Wein mit Harz zu versetzen, wie das bei Retsina aus Griechenland der Fall ist. In der Vergangenheit war das versetzen des Weins mit Harz ein gängiges Verfahren, wenn kein Schwefel zur Verfügung stand.

Wein-Gärung – eine gewollte Fermentation
Anschließend findet, zumindest bei Weißwein und Rosé, die Gärung statt. Zu diesem Zweck wird der Most in spezielle Behälter aus Metall oder Holz gefüllt. Durch die gezielte Zugabe von exogenen Zuckerhefen wird der Fermentationsprozess in Gang gesetzt. Die Hefen dienen dabei als Starterkulturen. Während der Hauptgärung, welche die eine Woche dauert, wird der Zucker zu Alkohol vergoren. Dabei können Temperaturen von bis 30 Grad Celsius entstehen.

Wein: der Winzer kann den Gärprozess steuern

Der Winzer kann die Temperatur während der Wein-Gärung steuern. Weißweine werden bei Temperaturen zwischen 15 und 18 Grad Celsius vergoren. Es gilt die Faustregel: Je höher die Temperatur, desto kräftiger schmeckt der Wein. Bei höheren Temperaturen vergärt der Most schneller als bei niedrigen. Beschaffenheit und der Geschmack des Weins werden darüber hinaus durch die Dauer der Gärung bestimmt. Je länger die Gärung dauert und je höher die Temperatur dabei ist, desto mehr Zucker wird zu Alkohol vergoren. Je früher der Gärprozess abgebrochen wird, desto mehr Restzucker ist im Most und desto süßer wird der Wein. Wenn der Most komplett vergoren ist, erhält man einen trockenen, kräftigen Weißwein. Je nachdem, wann man die Gärung unterbricht, wird der Wein also süßlich, halbtrocken oder trocken. Nach dem Gärprozess erreichen Weißweine in der Regel einen Alkoholanteil von 8,5 bis 12 Prozent. Durch bestimmte Hefestämme lassen sich aber auch höhere Alkoholanteile erzielen.

Wann ist die Wein-Gärung abgeschlossen?

In Mitteleuropa ist die Gärung meistens kurz vor dem Jahresende abgeschlossen. Die während der Fermentation abgestorbenen Hefen sinken auf den Boden des Gärbottichs herab. Der Winzer kann jetzt mit dem Abstich einleiten. Dazu entfernt er die abgelagerte Hefe und füllt den Wein für die Reifung in ein Gefäß. Der Jungwein kann jetzt in Stahltanks oder Holzfässern reifen. Da sich während der Gärung nicht alle Hefen und Trübstoffe ablagern, wird der Jungwein je nach Erfordernis noch ein paar Mal umgefüllt und gefiltert, sodass er die gewünschte Farbe und Beschaffenheit erlangt. Diesen Vorgang nennt man Schönen.

Auf die Gärung folgt der Ausbau von Wein
Nach dem Abschluss der Gärung erfolgt der Ausbau. Bei einigen kräftigen und edlen Weißweinen werden dafür Holzfässer verwendet – sogenannte Barriques. Beim Barriqueausbau muss der Winzer jedoch der Tatsache Rechnung tragen, dass sich das Alter und die Holzart der Fässer auf den Geschmack des Weins auswirken können. Durch das Umfüllen des Weins während des Ausbaus in ein anderes Fass, kann er das Geschmacksergebnis steuern. Außerdem kann er den Jungwein nachgären lassen, um ihn zu verfeinern. Dazu bedient er sich der bei der Gärung übriggebliebenen Hefen, die auf den Fassboden absinken. Diese rührt er regelmäßig um, um sie dem Jungwein wieder zuzuführen.

Wie sollte der Endverbraucher seinen Wein lagern?
Es gibt mehrere Faktoren, die die Lagerfähigkeit beziehungsweise die Dauer der Haltbarkeit eines Weins bestimmen. Dafür bedarf es allerdings nicht notwendigerweise eines Weinkellers. Am besten ist es, wenn der Wein vor Wärme, Licht und Sauerstoff geschützt wird. Ideal für die Lagerung von Wein sind Temperaturen zwischen 13 und 15 Grad Celsius. Generell kann man Wein bei Temperaturen zwischen 8 und 18 Grad Celsius gut über einen längeren Zeitraum lagern. Weißweine mögen eher niedrige und Rotweine etwas höhere Temperaturen. Die Temperaturschwankungen sollten jedoch 5 Grad Celsius nicht überschreiten. Der Schutz vor Sauerstoff ist deshalb von Bedeutung, damit der Wein vor Oxidation geschützt wird. Aus diesem Grund sollten Weinfreunde darauf achten, dass der Korken während der Lagerung nicht porös und damit luftdurchlässig wird.  

Die Herstellung von Rotwein
Der entscheidende Unterschied besteht bei der Herstellung von Rotwein darin, dass beim Rotwein schon die Maische der Gärung unterzogen wird. Um ein reproduzierbares Ergebnis zu erzielen, bedienen sich die meisten Winzer hier spezieller Reinzuchthefen. Während der Gärung entstehen Tannine (Gerbstoffe). Der Gehalt an Tanninen und deren Beschaffenheit sind ein wichtiger Faktor für die Qualität und die Haltbarkeit des Weins. Der Rotwein-Trinker erkennt die Tannine anhand der kleinen Ablagerungen am Boden des Weinglases. Tannine findet man darüber hinaus auch in Grünem und Schwarzen Tee vor. Bei Wein und Tee sind die Tannine für den herben Geschmack mitverantwortlich.

Die Dauer der Wein-Gärung

Die Dauer der Gärung hängt von dem Rotwein ab. Je gehaltvoller und schwerer ein Rotwein werden soll, desto mehr Zeit wird sich für die Gärung gelassen. Bei leichten Rotweinen wie beispielsweise Beaujolais nimmt die Gärung nur wenige Tage in Anspruch. Für die Gärung eines Cabernet Sauvignons planen die Winzer hingegen einen Zeitraum von bis zu einem Monat ein. Nach der Gärung wird die Maische gepresst. Der größte Teil der Flüssigkeit fließt jedoch ohne Pressen ab. Dieser Wein heißt Vorlaufwein. Der durch nach dem Pressvorgang gewonnen Wein wird Presswein genannt. Dieser hat eine höhere Dichte als Vorlaufwein und enthält bis zu viermal so viele Tannine.

Der Ausbau und Abstich von Rotwein
Bevor der Rotwein reifen kann, wird er ausgebaut. Dem Winzer stehen dafür je nach Art und Qualität des Weins Kunststoff-, Stahl- und Holzbehälter zur Verfügung. Wie bei der Gärung von Weißwein muss der Kellermeister bei dem Ausbau Rotwein dem Alter und dem Holz des Holzfasses Rechnung tragen, da diese Faktoren sich auf den Geschmack des Rotweins auswirken. Während des Ausbaus erfolgt in bestimmten Zeitabständen der sogenannte Abstich. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, bei dem der Vergorene Wein in andere Behälter umgepumpt wird. Durch dieses Verfahren soll gewährleistet werden, dass die restlichen Trübstoffe herausgefiltert werden.

Wann erlangt Rotwein seine Reife?

Anschließend lässt der Kellermeister den Rotwein reifen. Es gibt viele Faktoren, die bestimmen, wie lange der Wein gelagert werden muss beziehungsweise gelagert werden darf, bis er seine optimale Reife erlangt hat und getrunken werden sollte. Es gibt Weine, da sollte der Verzehr schon nach einer Reife von zwei Jahren oder weniger erfolgen (Beaujolais). Es gibt jedoch langlebige Rotweine, die erst nach mehreren Jahren ihre volle Güte entfalten (Cabernet Sauvignons).

Anmerkungen zu Rosé - Wein
Rosé wird zwar aus blauen oder roten Rebsorten hergestellt. Das Herstellungsverfahren ähnelt jedoch dem von Weißwein. Der Winzer lässt der Maische nur wenige Stunden zum Gären Zeit. Je länger die Flüssigkeit während des Herstellungsverfahrens Kontakt mit den Beerenhäuten hat, desto stärker ist der Roséwein rötlich gefärbt.

Wein und Gesundheit
Alkohol ist ein Giftstoff. Deshalb ist für lange Zeit in Vergessenheit geraten, dass Wein in der Antike nicht nur als Genussmittel, sondern auch als Heilmittel zum Einsatz kam. Hippokrates von Kos setzte Wein schon im vierten Jahrhundert vor Christus gezielt als Therapeutikum ein. Er nutzte es als Schmerzmittel, als Beruhigungsmittel und als Schlafmittel. Außerdem verordnete er Wein bei depressiven Verstimmungen, bestimmten Augenkrankheiten und durch Vergiftungen verursachte Darmkrankheiten. Wegen seines Gehalts an Vitamin B6 kam er äußerlich zur Behandlung von Wunden zum Einsatz.

Wein im Römischen Reich
Im Römischen Reich kam Rotwein bei der Behandlung von fiebrigen Magen-Darmerkrankungen und bei Blutungen zum Einsatz. Außerdem glaubten die Römer, dass alter, gerbstoffreicher Wein appetitanregend wirkt. Der Einsatz von Wein hielt sich bis zum Siegeszug der Pharmazie Anfang des 20. Jahrhunderts. Noch im Jahr 1892 hielt die Ortskrankenkasse Heidelberg eine Flasche Wein für ein verschreibungsfähiges Therapeutikum. Das geschah in Absprache mit den Kassenärzten der Region.

Die Gefahren des Alkohols gelten auch für Wein

Der Alkoholgehalt liegt von Wein liegt bei mindestens 8,5 Prozent. Es gibt Rotweine, deren Alkoholgehalt höher als 14 Prozent ist. Der Alkohol und die Begleitalkohole im Wein sind Giftstoffe, die in größeren Mengen zu Fettleber, Leberzirrhose sowie zu Herz- und Kreislaufbeschwerden und anderen Beschwerden führen können. Außerdem ist Alkohol ein Rauschmittel. Es besteht die Gefahr an einer Alkoholabhängigkeit zu erkranken! Daher empfiehlt die deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) Frauen nicht mehr als 10 Gramm und Männern nicht mehr als 20 Gramm Alkohol zu sich zu nehmen. Außerdem sollte der Verzehr nicht täglich erfolgen. Das entspricht in etwa einem achtel Liter (125 Milliliter) beziehungsweise einem viertel Liter (250 Milliliter) Wein. Zwar ist Alkohol ein gefährliches Gift. Aber wie bei allen Giften gilt der Grundsatz: Die Menge macht das Gift.

Kleine Mengen Wein können sogar hilfreich sein
Der Verzehr von geringen Mengen Alkohol kann, sofern dieser nicht täglich erfolgt, positive Auswirkungen haben. Beispielsweise kann Alkohol blutdrucksenkend und gefäßentspannend wirken. Wenn allerdings die von der DGE empfohlene Menge überschritten wird, verkehrt sich die positive Wirkung des Alkohols um und Alkohol wirkt blutdrucksteigernd. Darüber hinaus kann Alkohol das Verhältnis zwischen dem HDL-Cholesterin und den LDL-Cholesterin günstig beeinflussen, indem es den Spiegel des LDL-Cholesterins senkt. Dieses sogenannte schlechte Cholesterin ist zwar wie Fett ein wichtiger Energielieferant, hat aber den Nachteil, dass es die Bildung von Arteriosklerose begünstigt. Wegen seiner cholesterinsenkenden Wirkung kann Alkohol also die Durchblutung verbessern und der Entstehung von Herzinfarkten und anderen Herz-Kreislauf-Beschwerden vorbeugen. Aber auch das gilt nur für Mengen im Rahmen der Empfehlungen der DGE.

Die Vorteile der Polyphenole im Wein
Wein hat aber mehr zu bieten als Alkohol. Die Hauptzutat von Wein sind Weintrauben und diese enthalten Polyphenole. Dabei handelt es sich um Kohlenwasserstoffverbindungen. Diese gehen bei der Herstellung von Wein aus dem Fruchtfleisch, den Stängel und den Kernen in die Flüssigkeit über. Polyphenole haben positive Eigenschaften. Sie können dazu beitragen, dass das LDL-Cholesterin schlechter oxidiert und damit in geringeren Mengen hergestellt wird. Damit wirkt es wie Alkohol der Bildung von Ablagerungen in den Arterien und deren Verkalkung entgegen. Darüber hinaus wirken Polyphenole ebenfalls gefäßerweiternd, gefäßentspannend und blutdrucksenkend. Dadurch kann der Blutdruck gesenkt und die Gefahr von Verkrampfungen an den Gefäßen verringert und die Wahrscheinlichkeit für Thrombosen gesenkt werden. Der Polyphenol-Gehalt von Rotwein ist deutlich höher als der von Weißwein.

Vitamine und Mineralstoffe im Wein

Neben Polyphenolen ist Wein reich an bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen. Der Gehalt an Vitamin B6 im Wein fördert beispielsweise den Energiestoffwechsel. Zudem kann es das Risiko reduzieren an einer Schrumpfung des Gehirns beziehungsweise an Demenz zu erkranken. Wissenschaftler führen das darauf zurück, dass bestimmte B-Vitamine in der Lage das giftige Stoffwechselprodukt Homocystein abzubauen. Dieses kann zu einer Veränderung des Gehirns beitragen. Darüber hinaus enthält Wein Vitamin C. Wein kann darüber hinaus zur Bedarfsdeckung an lebenswichtigen Mineralstoffen beitragen. Das gilt vor allem für Kalium, Magnesium und Eisen.

Wein: beliebte Sorten
Bei der Vielzahl an Wein- und Reb-Sorten kann man leicht die Übersicht verlieren. ellviva.de stellt einige besonders beliebte Weine vor. Weitere Informationen über Wein unter www.ellviva.de

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