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Bier von A bis Z - Alles über Bier

15.05.2012
von Sven-David Müller

Kaum ein Genussmittel polarisiert so stark wie Bier. Für die einen ist es per se Teufelszeugs, weil die meisten Biersorten Alkohol und Begleitalkohole, also mehr oder weniger gefährliche Giftstoffe, enthalten. Andere schätzen Bier vor allem wegen seiner kulinarischen Vielfalt. Es gibt sogar die wohlbegründete Meinung, dass Bier, wenn es regelmäßig in kleineren Mengen getrunken wird, auch gut für die Gesundheit sein kann. Diese Meinungsvielfalt nimmt die ellviva-Redaktion zum Anlass, sich intensiver mit dem Hopfensaft zu beschäftigen. Was ist Bier eigentlich und auf welche Geschichte blickt es zurück? Wie wird Bier gebraut und welche Biersorten gibt es? Und last but not least: Können die im Bier enthaltenen Inhaltsstoffe der Gesundheit sogar dienen?:

Was ist Bier?
Bier ist ein durch Gärung gewonnenes Genussmittel. Die Grundzutaten sind Wasser, Malz, Hefe und Hopfen. Die Starterkulturen, also die Kulturen, die den Gärungsprozess während des Brauens auslösen, sind fast immer Hefen. Bei einigen wenigen Biersorten kommen aber auch Milchsäurebakterien zum Einsatz.  Nach dem Reinheitsgebot sind beim Brauen von Bier nur die Zutaten Wasser, Malz, Hopfen und Hefe zulässig. Seit langer Zeit kommen bei der Herstellung verschiedener Biermischgetränken aber auch Früchte und Gewürze zum Einsatz. Durch den sauerstofffreien Prozess der Gärung, bei dem Kohlenhydrate zu Traubenzucker abgebaut werden, entstehen auch Kohlensäure und Alkohol. Mittlerweile gibt es aber auch Methoden, den Alkohol wieder zu entfernen. Alkoholfreie Biere gehören heute zur Produktpalette vieler Brauereien.

Die Geschichte des Bieres

Die Geschichte des Bieres Die frühesten bierähnlichen Erzeugnisse stammen aus Mesopotamien und Altägypten. In Altägypten ging die Entdeckung des Biers möglicherweise auf einen Zufallsfund zurück. Vermutlich ließ man dort Getreide für das Backen von Brot versehentlich stehen und entdeckte dabei, dass es zu gären begann. Irgendjemand muss daraufhin herausgefunden haben, dass sich mit diesem vergorenen Produkt noch etwas Vernünftiges anfangen ließ. Man schätzt, dass das etwa im 7. Jahrtausend vor Christus geschehen ist. Bier hat also eine fast zehntausendjährige Tradition!

Von den Sumerern zu den Mönchen

Die älteste bekannte Bierschankordnung stammt aus dem 17. Jahrhundert vor Christus und war Bestandteil der Cortex Hamurabi, das Gesetzeswerk der Sumerer. Später brauten die Römer mit Cervisia ein bierähnliches Getränk. Sie benannten es nach Ceres, ihrer Göttin der Feldfrüchte. Auch barbarische Völker wie die Kelten brauten mit Korma ein ähnliches Getränk. Von den Germanen berichtete der römische Chronist Tacitus sogar, dass sie Bier brauten und dass dies ihr Hauptgetränk gewesen sei. Im Mittelalter wurde das Brauwesen vor allem von den Mönchen in Klöstern Mitteleuropas kultiviert. Der Hopfentrunk wurde dort auch gerne als flüssiges Brot bezeichnet. Der Vorteil des Bieres bestand darin, dass es sich gut lagern ließ und somit auch bei schlechten Ernten eine Grundversorgung mit wichtigen Nährstoffen gewährleistete. Außerdem war das Trinkwasser stark mit Mikroorganismen verunreinigt. Durch die Gärung beim Brauen wurde das Wasser von vielen dieser Kleinstlebewesen befreit.

Die Geschichte des Reinheitsgebots

Aus dem 15. Jahrhundert nach Christus stammt die Statua Taberna. Diese Wirtshausordnung aus dem heutigen Thüringen gilt als ein Vorläufer des Reinheitsgebots. Sie schrieb vor, dass Bier nur aus den Zutaten Wasser, Hopfen und Malz bestehen durfte. Das Reinheitsgebot geht auf die Bayrische Landesordnung vom 23. April 1516 zurück. Sie sah vor, dass Bier nur aus Gerste, Hopfen und Wasser bestehen durfte. Dennoch verzichteten die Bierbrauer auch in Bayern nicht auf die für den Gärungsprozess unverzichtbare Hefe oder andere Starterkulturen.

Das Deutsche Bierbrauergesetz
Das deutsche Reinheitsgebot, demzufolge Bier nur aus den Zutaten Wasser, Malz, Hopfen und Hefe bestehen darf, stammt aus dem Jahr 1923. Es nahm Bezug auf die Bayrische Landesordnung und war Bestandteil des Deutschen Bierbrauergesetzes in der Weimarer Republik.  Dieses wurde erst im Jahr 1993 durch das Biergesetz (BGBi) abgelöst und war Gegenstand heftiger Diskussionen und diplomatischer Verwicklungen bei den Verhandlungen zum Vertrag von Maastricht, dem Vertrag über die Europäische Union aus dem Jahr 1992. Die deutschen Diplomaten wollten ohne Erfolg eine Sonderregelung erwirken, dass in Deutschland Bier nur dann als Bier vertrieben werden darf, wenn es nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut worden ist.

Die Geburtsstunde des Pilsener Biers

Ein weiteres wichtiges Datum in der Geschichte des Bieres war das Jahr 1842. In der böhmischen Stadt Pilsen waren die Brauer und Konsumenten mit der Qualität des dortigen Bieres unzufrieden. Sehr wohl wussten sie aber die Qualität des böhmischen Hopfens zu schätzen. Der aus Bayern nach Pilsen beorderte Braumeister Josef Groll (1813 bis 1887) erfand dort daraufhin das Pilsener Bier, das sich noch heute in Tschechien und dem deutschsprachigen Raum einer großen Beliebtheit erfreut.

Pilsener Bier ist vor allem  in Mitteleuropa sehr beliebt

Das Pilsener Bier war eines der ersten untergärigen Biere und es wurde mit dem für seine Qualität berühmten böhmischen Hopfen gebraut. Außerdem wird das Pilsener Bier wegen seines feinwürzigen, leicht bitteren Geschmacks geschätzt. Gebraut wird das diese Bierspezialität aber nicht nur in Böhmen.  Auch in anderen mitteleuropäischen Ländern, vor allem in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Belgien und Polen gibt es viele Braumeister, die auf das Bierbrauen nach Pilsener Art spezialisiert haben.  

Wie wird Bier gebraut?

Auch wenn man Biertrinkern in der Regel nicht den Vorwurf macht, intellektuelle Überflieger zu sein, ist der Herstellungsprozess von Bier kompliziert. Eine Wissenschaft für sich ist schon die Auswahl der geeigneten Getreidesorten für die Herstellung des Malzes.

Die Wiege des Biers ist die Mälzerei

Der Grundstein für die Farbe und den Geschmack des Bieres wird schon vor dem Brauprozess in der Mälzerei gelegt. Dort wird das Getreide ausgesucht, gereinigt und eingeweicht. Anschließend beginnt das Getreide zu keimen. Die gekeimten Getreidekörner werden als Grünmalz bezeichnet. Dieses wird anschließend getrocknet, wodurch das Braumalz entsteht. Der Braumeister nennt diesen Prozess Darren.

Von der Schrotmühle in die Würzpfanne

Die gedarrten Malzkörner werden anschließend in einer Schrotmühle zerkleinert. Das zerkleinerte Malz kommt anschließend in die Maischpfanne. Dort wird das Malz mit Wasser zur sogenannten Maische vermischt. Diesen Vorgang nennt man Maischen. Das geschieht durch Erhitzen auf verschiedenen Temperaturstufen. Im Läuterbottich, dem nächsten Produktionsschritt, wird die Maische von der Flüssigkeit getrennt, was der Braumeister als Läutern bezeichnet. Die Flüssigkeit wird als Würze bezeichnet und zu einem späteren Zeitpunkt im Brauprozess weiterverarbeitet. Der Malztreber bleibt am Boden der Schrotmühle zurück und wird als Futtermittel für Tiere verarbeitet.
Der nächste Produktionsschritt vollzieht sich in der Würzpfanne. Dort wird der Hopfen dazugegeben. Anschließend wird die Würze gekocht. Hopfen spielt für den Geschmack des Bieres eine entscheidende Rolle. Man spricht bei diesem Vorgang daher von Würzen. Das geschieht bei Temperaturen um 100 Grad Celsius. Hopfen ist aber auch für die Haltbarkeit und der Stabilität der Schaumkrone des Bieres wichtig.

Die Bedeutung der Hefe
Bevor die für den Gärungs-Prozess wichtige Hefe zugeführt werden kann, muss das Zwischenprodukt aus der Würzpfanne zunächst auf 8 bis 15 Grad Celsius abgekühlt werden. Das Kühlen geschieht im Würzkühler. Jetzt können dem Getränk die Hefen der Wahl zugegeben werden. Durch diese wird der in der Würze gelöste Malzzucker in Alkohol und Kohlensäure umgewandelt. Bei diesem Prozess bilden sich aber auch wichtige Aromastoffe. Mit dem Zufügen der Hefe beginnt die Fermentation. Je nachdem, welche Hefekulturen der Braumeister dem hopfenangereicherten Getränk hinzufügt, entsteht ein obergäriges oder untergäriges Jungbier. Die obergärigen Hefen werden so bezeichnet, weil sie auf der Oberfläche des Jungbiers schwimmen, wogegen sich die untergärigen Hefen am Boden des Gärgefäßes absetzen. Eine Besonderheit sind die sogenannten spontangärigen Biere. Bei diesen werden die natürlichen Hefen aus der Luft für den Gärprozess genutzt. In jedem Falle ist Bierhefe gesund und ein optimales und natürliches Nahrungsergänzungsmittel.

Überschusshefen
Da sich Hefen während des Fermentations-Prozesses vermehren, können die sogenannten Überschusshefen abgezogen und in späteren Braustufen wieder hinzugefügt werden. Bei einigen Biersorten wird dieser Vorgang bis zu dreimal wiederholt. Bei diesen spricht man auch von dreifach fermentiertem Bier. Das fertige Jung-Bier man zunächst in Tanks. Jetzt wird die letzte Stufe des Gärprozesses oder des Lagergetränks abgewartet, bis es die volle Reife und den angestrebten Geschmack erlangt hat.  Das Lagergetränk ist noch eine recht trübe Angelegenheit. Damit es die gewünschte Farbe und Klarheit bekommt, kommen Bierfilter zum Einsatz. Dort werden die verbliebenen Trübstoffe und Hefen zurückgehalten. Nicht gefiltert gelangt es als naturtrübes Bier zum Endverbraucher.

Welche Biersorten gibt es?
Als Weltmeister im Biertrinken gelten mit einem Konsum von 142 Litern pro Kopf und Jahr die Tschechen. Sie verwiesen im Jahr 2011 die Deutschen auf Platz 2 mit einem Verbrauch von bescheidenen 109 Litern pro Einwohner und Jahr. Wenn es aber um die Vielfalt an Brauverfahren und Biersorten geht, sind die Belgier nicht zu schlagen. Dort wird der Kreativität der Braumeister kein Einhalt geboten, etwa durch das Reinheitsgebot.

Obergärige Biere
Obergärige Biere Die Hefe macht das Bier beziehungsweise die Hefekultur, die während des Brauens hinzugefügt wird. Entscheidet sich der Bierbrauer für die Hefekultur Saccharomyces cerevisiae, wird diese bei offener Gärung auf der Oberfläche des Jungbiers schwimmen. Das Endresultat wird also ein obergäriges Bier sein. Da das Zwischenprodukt aus der Würzpfanne vor der Fermentation nicht so stark gekühlt werden muss wie bei den untergärigen Bieren, also keine aufwendigen Kühlmaschinen gebraucht werden, war vor deren Erfindung das Brauen obergäriger Biere die Regel. Untergärige Sorten konnten nur im Winter gebraut werden.  Zu den obergärigen Bieren zählen zum Beispiel bestimmte Hefebiere, Berliner Weiße, Kölsch, Weizenbiere (Kristall-Weizen und Hefe-Weizen), Roggenbier, Dinkelbier oder Haferbier. Bekannte dunkle obergärige Biere sind Stout, Ale und Altbier. Die Unterschiede in der Farbe gehen hauptsächlich auf die Auswahl und Verarbeitung der Getreidesorten zurück, aber auch auf den Einsatz von Hopfen und Filterprozesse. Ober- und untergärige Biere lassen sich am Geschmack unterscheiden: obergärige sind in der Regel fruchtiger und pelziger.  

Untergärige Biere
Die Hefekultur, die bei der Fermentation der untergärigen Biere zum Einsatz heißt Saccharomyces carlsbergensis. Sie ist nach der dänischen Brauerei Carlsberg in Kopenhagen benannt. Dort gelang es Emil Christian Hansen 1883 erstmalig, diese untergärige Hefekultur gezielt zu züchten und für den Brauprozess zu verwenden. Gewünscht war eine Hefe, die nach der Fermentation auf den Boden des Braugefäßes sinkt.  Die Reifezeit untergäriger Biere ist länger, dafür sind sie haltbarer. Die bekanntesten untergärigen Biersorten sind heute Export, Lager-Biere, Münchener Helles und Pilsener Biere. Diese werden heute fast ausschließlich mit Hilfe der untergärigen Hefekultur Saccharomyces carlsbergensis fermentiert. Das Besondere an diesen Biersorten ist ihre helle klare Farbe, für deren Zustandekommen auch Filterverfahren eine Rolle spielen.

Nicht alle untergärigen Biere sind hell und klar

Die Trübstoffe und verbleibenden Hefen sind weitgehend herausgefiltert, wodurch diese Biere ihren reinen und frischen Geschmack bekommen. Damit diese Biersorten ganzjährig gebraut werden und sich durchsetzen konnten, war die Erfindung von Kühlmaschinen notwendig. Das Kühlen auf etwa 9 Grad Celsius vor der Fermentation ist für diese untergärigen Biersorten eine wichtige Voraussetzung. Es gibt auch trübere und dunkle untergärige Biersorten. Zu diesen zählen beispielsweise Schwarzbier, Rotbier und Münchener Dunkles.

Spontangärige Biere
Die ersten bierähnlichen Erzeugnisse gehen wohl auf Zufallsentdeckungen zurück, bei denen die Hefen in der Atemluft für die zufällige Fermentierung verantwortlich waren. Noch heute gibt es spontangärige Biere, bei denen diese Hefekulturen für den Brauprozess gezielt verwendet werden. Zu den bekanntesten zählen Lambic und die belgischen Fruchtbiere.  Bei Fruchtbieren werden die Früchte dem Lambic, wenn es noch ein Lagergetränk ist, hinzugefügt. Mittels Fruchtzucker erfolgt während der Lagerung im Fass oder der Flasche ein weiterer dreimonatiger bis anderthalbjähriger Gärungs-Prozess. Erst dann wird das Fruchtbier ausgeliefert und ausgeschenkt. Bekannte Fruchtbier sind Kriek (Kirschbier), Framboise (Himbeerbier), Pêche (Pfirsichbier) und Cassis (Bier mit schwarzen Johannisbeeren).Weitere spontangärige Biere sind das belgische Gueze und das polnische Jopenbier.

Biermischgetränke
Biermischgetränke Es gibt auch die Möglichkeit, Bier mit anderen Getränken zu Berliner Weiße mit Schussmischen. Mischt man ein Pils mit farbloser Zitronenlimonade erhält man ein erfrischendes Getränk, das in Norddeutschland Alsterwasser und in Süddeutschland Radler genannt wird. Das Mischverhältnis beträgt in der Regel zwei Teile Bier und ein Teil Limonade. In Berlin ist es beliebt das dortige Weiße-Bier mit Waldmeister- oder Himbeersirup zu veredeln. Der Berliner nennt dieses Getränk Berliner Weiße mit Schuss. Als Diesel wird die Angewohnheit bezeichnet, Bier mit einem Cola-Getränk zu mischen. Aus Deutschland stammt auch das Herrengedeck. Bei diesem wird, je nach Region, zum Pils, Münchener Hellem, Altbier oder Kölsch ein Kornbrand kredenzt.

Alkoholfreie Biere
Von einigen der genannten Biere gibt es eine alkoholfreie Variante. Bei diesen wird der Alkohol fast vollständig herausdestilliert. Entsprechend den Vorgaben des Gesetzgebers hat alkoholfreies Bier nur einen Restalkoholgehalt von maximal 0,5 Prozent. Das ist auch der für Fruchtsäfte zugelassene Höchstwert. Erst im Jahr 2006 kamen die ersten Erzeugnisse mit einem Alkoholgehalt von 0,0 Prozent auf dem Markt. Vor allem von Pils-und Weizenbieren bieten viele Brauereien auch ein alkoholfreies Erzeugnis an.

Dient Bier der Gesundheit?
Es gibt Ernährungswissenschaftler und Mediziner, die die Ansicht vertreten, dass Bier, in Maßen genossen, einer ausgewogenen und gesunden Ernährungsweise dienen kann. Bier enthält Alkohol und Begleitalkohole. Diese sind Giftstoffe und für sie gilt der Grundsatz: Die Menge macht das Gift. Bier hat aber bei Weitem mehr zu bieten als Alkohol. Malz, Hopfen und Hefe beinhalten nämlich wichtige Vitamine der B-Gruppe, vor allem die Vitamine B2, B3 und B6, sowie die Mineralstoffe  Kalium, Kalzium, Magnesium, Silizium und Zink. Außerdem enthält Bier Kohlenhydrate.

Die Vorzüge geringer Mengen Alkohol
Obwohl Alkohol ein Giftstoff ist, können geringe Mengen eine blutdrucksende Wirkung entfalten. Bei Männern sollte die tägliche Alkoholzufuhr aber nicht mehr als 20 Gramm (ein halber Liter Export-Bier) und bei Frauen nicht mehr als 10 Gramm (ein Viertel Liter Export-Bier) betragen.  Wird diese Menge überschritten, verkehrt sich die Wirkung in das Gegenteil und Alkohol wirkt blutdrucksteigernd. Alkohol in geringen Mengen hat aber auch den Vorteil, dass er cholesterinspiegelsenkend wirken kann. Das Herzinfarkt-Risiko und das Risiko andere Herz-Kreislauf-Beschwerden zu erleiden kann somit gesenkt werden. Für Alkohol gilt also, was für jedes Medikament auch gilt. Wird eine bestimmte Menge überschritten, wirkt er als pures Gift.

Die Vitaminbombe Bier
Die B-Vitamine in der Bierhefe, allen voran Vitamin B6, fördern den Energiestoffwechsel. Darüber hinaus hat Vitamin B6 auch eine heilende Wirkung, weshalb es als Substanz in Heil- und Wundsalben zur Anwendung kommt. Bierhefe ist aber auch gut für die Nägel und Haare. Deshalb ist sie in diversen Haarschampoos enthalten. Wer ein solches nicht zur Hand hat, kann etwas Bier auf die Haare geben und es einwirken lassen. Regelmäßig wiederholt, gibt das den Haaren Glanz. Anschließend gründlich auswaschen. Sinnvoll kann es auch sein, ungefiltertes Bier zu trinken oder Bierhefe als Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Vitamin B3 beziehungsweise Niacin ist ebenfalls gut für die Haut. Es beeinflusst die Pigmentbildung günstig und schützt vor UV-Strahlung. Für die Deckung des Tagesbedarfs der Vitamine B3 und B6 bedürfte es aber etwa einer Maß beziehungsweise eines Liters Bier. Die zu empfehlende Alkoholzufuhr von 10 beziehungsweise 20 Gramm wird durch diese Menge deutlich überschritten. Die zu empfehlende Alternative ist daher alkoholfreies Bier und der Verzehr von niacinhaltigen Lebensmitteln wie Leber, Fleisch, Geflügel, Hülsenfrüchten, Nüssen, Vollkornprodukten oder Bierhefe selbst.

Mineralstoffe in Bier

Bier enthält vor allem die Mineralstoffe Magnesium und Kalium. Magnesium dient der Reizübertragung der Nerven beziehungsweise deren „Leitfähigkeit“ sowie dem Energiestoffwechsel. Außerdem ist es wichtig für die Muskulatur. Kalium wirkt blutdrucksenkend und beeinflusst die Herz-Tätigkeit und die Muskulatur positiv. Ein moderater Bierkonsum kann somit vor Herz-Kreislauf-Beschwerden schützen und die Arteriosklerose hemmen, da einige der enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe frei Radikale abfangen können.

Kohlenhydrate und Hopfen

Während des Brauprozesses entstehen auch Kohlenhydrate in Form von Frucht- und Traubenzucker. Kohlenhydrate sind Brennstoff für die Muskeln, die Nerven und das Gehirn, ähnlich wie das Kerosin beim Flugzeug. Hopfen wurde schon vor Jahrhunderten von Nonnen in Form des Hopfenzapfens als natürliches Beruhigungsmittel eingenommen und verordnet. Auch das Hopfen in Bier kann eine beruhigende Wirkung haben. Das gilt natürlich auch für alkoholfreies Bier.

Das Ernährungsmärchen vom Bierbauch

Jeder kennt den Begriff Bierbauch. Aber kommt der Bauch tatsächlich vom Bier? Schließlich enthält ein Glas Kölsch gerade einmal 92 Kilokalorien. Ein kleines Glas alkoholfreies Bier hat nur einen Energiegehalt von nur 52 Kilokalorien. Zum Vergleich: ein Glas Apfelsaft hat 101 Kilokalorien, ein großer Becher Naturjoghurt rund 132 Kilokalorien, ein Glas Vollmilch 128 Kilokalorien und ein Glas Wein sogar 150 Kilokalorien. Der Bauch kommt also nicht vom Bier, sondern durch einen indirekten Effekt zustande. Die Bitterstoffe im Bier wirken verdauungs- und damit appetitanregend.

Nicht das Bier, die anschließende Haxe macht den Bauch
An der Gewichtszunahme ist nicht das Bier, sondern eher die Schweinehaxe Schuld. Bier ist für alle, die abnehmen wollen oder müssen, die bessere Alternative zu Wein. Das liegt auch daran, dass das Verhältnis zwischen dem Energiegehalt auf der einen Seite und dem Nährstoffgehalt auf der anderen günstiger ist als bei vielen anderen Lebensmitteln und Genussmitteln. Zudem beinhaltet Bier kein Fett. Somit können Bier und minimale Mengen Alkohol sogar beim Abnehmen helfen. Es gibt auch Ernährungswissenschaftler, die die Ansicht vertreten, dass Bier generell gesünder sei als Wein. Das hat nicht nur mit dem niedrigeren Alkohol- und Energiegehalt des Bieres zu tun, sondern auch mit seinem höheren Gehalt an Mineralstoffe und Vitaminen.

Ideales isotonisches Sportgetränk: alkoholfreies Weizenbier
Es müssen keine teuren Spezialprodukte wie isotonische Sport-Drinks sein. Schließlich hat ein alkoholfreies Weizenbier hervorragende isotonische Eigenschaften. Die die in einem isotonischen Getränk enthaltenen Kohlenhydrate und Vitalstoffe (Vitamine und Mineralstoffe) können rascher aufgenommen und verwertet werden als bei anderen Flüssigkeiten.

Macht Bier den Mann zur Frau?

Man sagt, starker Bierkonsum könne den Mann zur Frau machen. Gemeint ist damit in erster Linie, dass das männliche Brustgewebe zunimmt. Tatsächlich können bestimmte Inhaltsstoffe im Hopfen eine östrogene Wirkung entfalten. Diese ist weitaus schwächer als die des körpereigenen Östrogens. Die Brustvergrößerung beim Mann kommt aber durch übermäßigen Bierkonsum zustande. In erster Linie ist sie auf das in diesem Zusammenhang oftmals vorhandene Übergewicht zurückzuführen. Es kommt dabei primär zu einer Vergrößerung der Fettmasse im Bereich des männlichen Brustgewebes und nicht des Brustdrüsengewebes. Für Frauen, die die Wechseljahre erreicht haben, kann dieser Effekt von Vorteil sein. Die östrogenwirkenden Inhaltsstoffe im Hopfen können zu einem größeren Wohlbefinden beitragen.

Bier verlängert das Leben
Es gibt Studien, zum Beispiel vom National Institute of Public Health in Kopenhagen, die belegen, dass strikte Anti-Alkoholiker kürzer leben, als Menschen, die einen moderaten regelmäßigen Bierkonsum pflegen. Wer die empfohlene Alkohol-Menge überschreitet, läuft Gefahr an den negativen Folgen des Alkohols zu leiden beziehungsweise an einer Fettleber, Alkoholabhängigkeit oder Leberzirrhose zu erkranken. Wer auf der sicheren Seite sein möchte, gewöhnt sich daher lieber an den Genuss von alkoholfreiem Bier, von dem es mittlerweile eine Vielzahl von schmackhaften Varianten gibt oder trinkt kleine Biermengen und natürlich nicht täglich.

Bier schützt vor Osteoporose und Diabetes mellitus vom Typ 2

Da Bier fettfrei ist und kein Cholesterin enthält, kann moderater Bierkonsum auch vor Osteoporose und vor Diabetes mellitus vom Typ 2 schützen. Zudem kann die mit Beta-Glukan angereicherte Bierhefe das Immunsystem stärken und somit gegen Erkältungskrankheiten vorbeugen.

Bier gegen Altersdemenz

Hohe Anteile an B-Vitaminen können das Risiko reduzieren, an Gedächtnisstörungen oder einer Schrumpfung des Gehirns zu erkranken. Das gilt vor allem für die Vitamine B6, B9 (Folsäure) und B12. Das ist das Ergebnis einer britisch-norwegischen Studie der Universität Oxford. Die Forscher führen ihre Ergebnisse darauf zurück, dass die B-Vitamine geeignet sind, Homocystein abzubauen. Das ist ein giftiges Stoffwechselprodukt, das zu einer Veränderung des Gehirns beitragen kann.  Zudem enthält Bier einen hohen Anteil an Silizium. Dieser Mineralstoff bindet Aluminium und hilft dem Körper, dieses auszuscheiden. Da man im Gehirn von Alzheimer-Patienten typischerweise Aluminium-Ablagerungen vorfindet, gibt es auch die Meinung, dass Bier wegen seines Silizium-Gehalts einer Erkrankung an Alzheimer sogar vorbeugen kann.

Kein Bier bei Gicht, Zöliakie und Sprue!

Kein Bier bei Gicht, Zöliakie und Sprue! Besonders für Menschen, die an Gicht leiden, ist Bier bedenklich. Das liegt an den im Bier enthaltenen Purinen und Alkohol, die die Harnausscheidung hemmen. Außerdem gibt es Lebensmittelunverträglichkeiten, bei denen auf den Genuss von Bier, auch von alkoholfreiem Bier, ganz verzichtet werden sollte. Das gilt vor allem Sprue und Zöliakie, da Bier glutenhaltige Getreide enthält. Trockene Alkoholiker sollten auch auf den Genuss von alkoholfreiem Bier verzichten, da es immer noch geringe Mengen an Restalkohol beinhaltet. Weitere Informationen über Lebensmittel, Krankheit und Gesundheit sowie Ernährung und Rezepte sind unter http://www.ellviva.de/ zu finden.

Das Ratgeberportal im Internet heißt ellviva
Das Ratgeberportal ellviva.de ist ein Online-Angebot mit der Kern-Zielgruppe Frauen. Themenschwerpunkte sind Gesundheit mit über 60.000 redaktionellen Seiten
( http://www.ellviva.de/Gesundheit ), aber auch Wellness und Schwangerschaft. ellviva setzt auf qualitativ hochwertigen und detaillierten Content, zum Beispiel zu Krankheiten und Medikamenten. Redaktion: Patrick Jiranek, Redaktion ellviva.de und Sven-David Müller (Medizinjournalist/Ernährungsexperte), MSc., Fachredakteur Ernährung

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