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Dicke Diätlügen: Warum Diäten nicht funktionieren

16.06.2008
von Sven-David Müller

Die dicksten Diätlügen haben die renommierte Ernährungswissenschaftlerin Doreen Nothmann von der Medizinischen Hochschule Hannover und der bekannte Diätspezialist Sven-David Müller vom Zentrum für Ernährungskommunikation, Diätberatung und Gesundheitspublizistik in Berlin jetzt in ihrem gleichnamigen Buch aufgedeckt. Jede zweite Frau und zwei Drittel der Männer in Deutschland sind zu dick. Noch immer glauben viele Übergewichtige beispielsweise, dass Ananas oder Artischocke schlank machen und dass es negative Kalorien gibt, stellt Müller fest. Es ist mehr Ernährungsaufklärung gefordert und unser Buch gibt einen Anstoß dazu, entlarvt Diätlügen und zeigt einen Weg auf, wie Übergewichtige gesund und dauerhaft abnehmen können, betont der Diätassistent. Die Vorstellung, dass die getrennte Aufnahme von Kohlenhydraten und Proteinen - das Prinzip der Trennkost - schlank macht, ist abstrus und durch keinerlei Studien gestützt, entlarvt Sven-David Müller eine weitere Diätlüge. Sicher ist jedoch, dass eine Kalorieneinschränkung zum Gewichtsverlust führt. Und eine negative Energiebilanz zu erreichen, bedeutet Kalorienzählen.

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Diätlügen sind besonders im Frühjahr en vogue. Jetzt ist mindestens ein Drittel der Bevölkerung „auf Diät“ und rückt dem Winterspeck mit mehr oder weniger abenteuerlichen Methoden, Schlankheitsmitteln oder Diäten zuleibe. Die Entstehung von Übergewicht eindimensional auf Fette oder Kohlenhydrate zurückzuführen, ist falsch. Die momentan vehement geführte Diskussion, welchen Stellenwert kohlenhydratreiche oder fettreiche Diäten in der Bekämpfung des Problems Übergewicht haben, ist wissenschaftlich noch lange nicht abgeschlossen. Und selbst das immer wieder postulierte Drei-Mahlzeiten-Konzept, wartet noch auf wissenschaftlich eindeutige Untermauerung. Eines ist aber klar: im oder durch Schlaf hat noch niemand abgenommen, entzaubert Sven-David Müller entsprechende Diätversprechen. Das wäre zwar schön, ist aber schließlich eine Illusion, amüsiert sich Müller über die „Abnehmen im Schlaf-Konzepte“, die Übergewichtige im Turbogang verdummen lassen. Der Hauptfeind des Übergewichtigen sind neben Hormonen wie Insulin und Botenstoffen des Fettgewebes Hunger und Appetit. Demgegenüber sind Ballaststoffe und Proteine Freunde im Kampf gegen die überflüssigen Fettreserven.

Solange aber immer noch Sätze wie „Ein Mann ohne Bauch ist ein Krüppel“ durch die Lande geistern und andererseits viele Frauen dem Schönheitsideal „mageres Model“ hinterherlaufen, kann die Zahl der Übergewichtigen nicht abnehmen. In den letzten vier Jahrzehnten gibt es trotz Ernährungsaufklärung immer mehr Übergewichtige. Das liegt in erster Linie an Diätlügen, Crashdiäten und falschen Versprechungen der Schlankheitsmittelindustrie. Ein ernüchterndes Highlight im Buch ist der ultimative Schlankheitsmittelvergleich, der dem Leser aufzeigt, dass viele Schlankheitsmittel teuer und wirkungslos sind. Leider sind viele
Schlankheitsmittel aber zusätzlich auch noch gesundheitsgefährdend, warnt Müller. Die Autoren zeigen auf, warum Diäten nicht funktionieren und wie Übergewichtige trotzdem abnehmen können. Ein Ernährungs- und Bewegungstest sowie eine Liste mit den 30 größten Kalorienbomben schließen das Werk ab. Sven-David Müller, der seit 1989 erfolgreich Übergewichtige berät, stellt im letzten Kapitel des Buches vor, wie man dem Labyrinth der Diätlügen entkommt und dauerhaft gesund abnehmen kann. Die Autoren haben zuvor schon
mit ihrem Buch „Moderne Ernährungsmärchen“ die Ernährungswissenschaft wachgerüttelt. In ihrem neuen Buch decken sie die 33 dicksten Diätlügen auf:

1. Fatburner brennen die Pfunde weg: Fatburner können eine Diät nur unterstützen
2. Sex macht schlank: der Kalorienverbrauch ist eher gering
3. Margarine macht schlank: Margarine enthält genauso viel Fett wie Butter
4. Butter macht schlank: Butter enthält zwar konjugierte Linolsäure (CLA), aber viel Butter macht dick und nicht schlank
5. In der Sauna verbrennen die Pfunde: durch eine Temperaturerhöhung von außen geht in erster Linie Flüssigkeit und kein Fett verloren
6. Krabbenschalen knabbern am Speck: es gibt keinen freiverkäuflichen Fettmagnet, Chitosan kann eine Diät höchstens unterstützen
7. Zitronen lösen Fett: Zitronen sind sauer, aber sauer macht lustig und nicht schlank
8. Schlank im Schlaf: falsches Versprechen, wirkt nicht
9. Rauchen macht schlank: falsches Versprechen, aber wer mit dem Rauchen aufhört, nimmt oft zu
10. Abführmittel als Kalorienkiller: falsches Versprechen, Fett kann man nicht …
11. Schlank werden und Tee trinken: Tee ist gesund, macht aber nicht dünn
12. Ballaststoffpräparate machen satt: Ballaststoffe sättigen, dafür braucht man aber keine Präparate, sondern Vollkornbrot, Hülsenfrüchte und Gemüse
13. Light-Produkte machen leicht: nicht zuviel davon versprechen, können aber beim Abnehmen helfen
14. Zucker macht dick: es gibt sogar Diätprogramme, die Zucker erlauben und gut zur Gewichtsreduktion geeignet sind
15. Low-Carb-Diäten machen dauerhaft schlank: Low-Carb-Diäten sind genauso wie Atkins, Logi und Konsorten nicht die Lösung des Übergewichtproblems
16. Viele kleine Mahlzeiten machen schlank: im Gegenteil, das macht hungrig und kann sogar zu Übergewicht führen
17. FdH ist die einfachste Abnehmmethode: aber nicht gesund
18. Mit Heilfasten nimmt man ab: Fasten führt zum Abbau von Muskeln und das führt zum Jojo-Effekt
19. Ananas ist eine Fettbremse: die Ananasenzyme helfen bei der Eiweißverdauung, verbrennen aber kein Fett
20. Fett macht fett: nur extrem viel Fett kann zu Übergewicht führen
21. Dinner-Cancelling macht schlank: dafür gibt es nur theoretische Erklärungen, aber keine Studien
22. Schlankheitspillen-Kuren führen zur Traumfigur: teurer Unsinn, der meist wirkungslos und oft sogar gefährlich ist
23. Sport lässt größere Specksünden verschwinden: so viel Kalorien verbrennt Sport nun auch wieder nicht
24. Bürstenmassage baut Fettpölsterchen ab: das ist vielleicht gut für die Durchblutung, baut aber kein Fett ab
25. Ein hoher glykämischer Index fördert die Verfettung: der glykämische Index allein ist dafür nicht verantwortlich
26. Eiweiße sind die absoluten Schlankmacher: Proteine sind wichtig, aber keine Lösung der Übergewichtsproblematik
27. Ein Glas eiskaltes Wasser vor dem Essen hält schlank: Wasser ist gesund und kalorienfrei, führt aber bei vielen Menschen zu Appetit
28. Eine feste Mahlzeit pro Tag reicht aus, um schlank zu werden: das ist ungesund
29. Trennkost macht auf Dauer schlank: die Trennung von Proteinen und Kohlenhydraten macht nicht schlank
30. Olivenöl macht schlank: Olivenöl ist kalorienreich und das hilft nicht beim Abnehmen
31. Kein fetter Fisch bei Diäten: fetter Fisch moduliert den Stoffwechsel und das ist gesund
32. Schnaps hilft bei der Verdauung: hat nichts mit Gewichtabnehmen zu tun
33. Müsli macht schlank: Müsli mit Zucker, Nüssen und Trockenfrüchten ist eine Kalorienbombe

Bibliografische Daten: Die dicksten Diätlügen, Doreen Nothmann/Sven-David Müller, Schlütersche Verlagsanstalt, ISBN; 12,90 Euro

Redaktionsservice: Das Buch kann zur Rezension unter diaetmueller@web.de oder direkt beim Verlag Schlütersche (koschate@schluetersche.de) bestellt werden.

Das Zentrum für Ernährungskommunikation, Diätberatung und Gesundheitspublizistik (ZEK) mit Sitz in Berlin-Charlottenburg widmet sich insbesondere dem Ernährungscoaching und betreibt wissenschaftlich begründete publikumsorientierte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in den Bereichen Ernährung, Prävention, Diätetik und Gesundheit. Das ZEK ist ein Zusammenschluss von Ernährungswissenschaftlern, Medizinern, Diätassistenten sowie anderen Natur- und Geisteswissenschaftlern. Der Ernährungs- und Medizinpublizist Sven-David Müller leitet das ZEK.

Zentrum für Ernährungskommunikation, Diätberatung und Gesundheitspublizistik (ZEK), Sven-David Müller, Wielandstraße 3, 10625 Berlin-Charlottenburg, Telefon 030-74780900, 0172-3854563, diaetmueller@web.de, http://www.svendavidmueller.de

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