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Ernährung: eingefleischter Vegetarismus

28.11.2012
von Sven-David Müller
Viele Mythen ranken sich um den Vegetarismus. Leben Vegetarier wirklich gesünder? Führt eine vegetarische Ernährungsweise automatisch zu einer Gewichtsabnahme? Oder sind Mangelerscheinungen, ein geschwächtes Immunsystem und bleiche Haut vorprogrammiert? Die Ernährungsexperten der ellviva.de-Gesundheitsredaktion klären auf: Ein Mensch, der sich vegetarisch ernährt, verzichtet auf den Verzehr von Fleisch und auch Fisch. Wer auf Fleisch verzichtet, aber Fisch isst, ist im Übrigen ein Pescetarier. Es gibt zwei Hauptformen der vegetarischen Ernährungsweise: Eier und Milchprodukte verzehrende ovo-lakto-Vegetarier und lakto-Vegetarier, die auf Eier verzichten. Veganer vermeiden neben Fisch und Fleisch auch sämtliche andere tierische Erzeugnisse, also auch Honig, Leder und Wolle. Die Gründe, weshalb Menschen vegetarisch oder vegan leben, sind vielfältig. Ökologische oder gesundheitliche Aspekte, religiöse oder ethische Ansichten können die Beweggründe sein. In Deutschland leben schätzungsweise 6 bis 9 Millionen Menschen vegetarisch, davon 600.000 vegan.

Was im Fleisch überhaupt steckt
Fleisch liefert uns vor allem Eiweiß, Eisen und Energie. In Wurstwaren ist aber häufig viel Fett enthalten. Jedoch gibt es keinen Nährstoff im Fleisch, der nicht auch durch eine pflanzliche Quelle gedeckt werden könnte. Getreide und Hülsenfrüchte sind gute Eiweißquellen. Gemüse, vor allem „Grünzeug“ wie Salat, Zucchini oder Erbsen, ist ein toller und abwechslungsreicher Eisenlieferant. Es ist durchaus möglich, seinen gesamten Vitamin- und Nährstoffbedarf mit einer ausgewogenen veganen Ernährungsweise zu decken.

Pizza, Pasta & Co. reichen nicht aus!
Wer aber nur zu Pommes mit Ketchup, eifreien Nudeln mit Tomatensoße, vegetarischer Pizza und Co. greift, ernährt sich weder gesund noch kann er auf eine positive Entwicklung auf der Waage hoffen. Das Gleiche gilt aber auch für den Fleischkonsum: Wer nur Salamibrot, Gyros und fetten Braten in sich reinstopft, wird im nächsten Sommer wahrscheinlich nicht der Knackigste am Strand sein und auch nicht mit den besten Blutwerten glänzen können.

Was kann ich denn dann noch essen?

Wer vegetarisch oder vegan lebt, muss auf Geschmack und Abwechslung nicht verzichten. Es gibt eine Vielzahl pflanzlicher Alternativen zu Fleisch, Wurst, Fisch und Milchprodukte. Inzwischen führt fast jeder Supermarkt Sojamilch, -sahne und –joghurt. Häufig sind dort sogar pflanzliche Aufschnitte oder Aufstriche zu finden. Diese werden auf Basis von Gemüse, Hefe oder beispielsweise Sonnenblumenkernen hergestellt. Auch der vielseitige Tofu hat längst Einzug in deutsche Supermärkte gehalten. Das asiatische Nahrungsmittel aus Sojabohnen lässt sich zu Quark, Käse und sogar zu Burgern, Würstchen, Hack„fleisch“ oder Gulasch verarbeiten. Wer gern backt kann die Binde- und Lockerungseigenschaft von Eiern auch mit Hilfe von Apfelmus, Bananen oder Sojamehl erreichen.

Vegetarische Ernährung: gesund oder gefährlich?
Ein Vegetarier lebt nicht automatisch gesünder als ein Omnivor („Allesfresser“). Allerdings existieren Studien, die Vegetariern bessere Blutdruck-, Cholesterin- und Blutzuckerwerte sowie einen geringeren BMI bescheinigen. Zusätzlich können sie sich über eine im Durchschnitt drei Jahre höhere Lebenserwartung freuen. Ob das allerdings einzig auf den Fleisch-Verzicht zurückzuführen ist, ist umstritten. Häufig pflegen Vegetarier einen insgesamt gesundheitsbewussteren Lebensstil, bewegen sich durchschnittlich mehr und trinken weniger Alkohol.

Ist der Genuss eines Schnitzels wichtiger als das Leben eines Tieres? Das ist wohl die Entscheidung, die jeder Mensch mit sich und seinem Gewissen vereinbaren muss. Gesundheitlich spricht nichts gegen eine vegetarische Kost, solange auf Ausgewogenheit geachtet wird. Im Kanal „Kochen und Genießen“ hat die ellviva.de-Redaktion Kochbücher für Nachwuchs-Vegetarier unter die Lupe genommen, die schmackhafte und gesunde vegetarische Rezepte enthalten. Unter http://www.ellviva.de/Gesundheit sind viele interessante Gesundheitsinformationen zu finden. Redaktion: Jennifer Kosche und Sven-David Müller von der Ellviva-Redaktion.

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