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Folsäure in der Schwangerschaft ist wichtig

19.10.2012
von Sven-David Müller

Eine aktuelle Studie enthüllt, dass Frauen während der Schwangerschaft nicht genügend Folsäure zu sich nehmen, obwohl Folsäure in der Schwangerschaft notwendig ist. Die ellviva-Gesundheits-Redakteure verraten, was Folsäure ist und warum sie für Schwangere und werdende Mütter sowie die Entwicklung des Embryos besonders wichtig ist. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) empfiehlt Frauen während ihres ersten Schwangerschafts-Trimesters, 400 Mikrogramm Folsäure am Tag zu substituieren:

Folsäure ist die synthetische Form von Vitamin B9 und kommt in dieser Form weder im Körper noch in der Nahrung vor. Der Name Folsäure stammt vom lateinischen Wort folium (das Blatt) ab. Dies geschah in Anlehnung an Spinatblätter, da es bei Spinat erstmalig gelungen war, dieses Vitamin zu isolieren. Vitamin B9 hat wichtige Aufgaben: Er wirkt beispielsweise bei der Bildung der Blutkörperchen und der Schleimhautzellen mit. Außerdem ist es notwendig beim Aufbau der Erbsubstanzen DNS und RNA sowie bei der Aufrechterhaltung des Eiweißstoffwechsels. Während der Schwangerschaft ist Vitamin B9 zudem für das Wachstum des mütterlichen Gewebes von Bedeutung. Bei einem Folsäuremangel kann es beim Embryo zu Neuralrohrdefekten kommen.

Bei Folsäure-Mangel besteht Gefahr von Neuralrohrdefekten
Bei einem Folsäuremangel während der Schwangerschaft kann es zu Neuralrohrdefekten kommen. Darunter werden diejenigen Fehlbildungen verstanden, bei denen es während des Wachstums des Embryos zu einem unvollständigen Verschluss des Neuralrohrs gekommen ist. Das Zeitfenster für dieses embryonale Entwicklungsstadium liegt zwischen dem 22. und 28. Schwangerschaftstag. Zu den häufigsten Neuralrohrdefekten gehören beispielsweise der offene Rücken oder die Anenzephalie. Bei Erwachsenen führt ein Folsäuremangel ebenfalls zu Beschwerden. Zu diesen zählen zum Beispiel Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Depressionen oder Atembeschwerden.

Die Leber hat nur minimale Folsäure-Speicher

Der Körper kann nur extrem wenig Folsäure speichern. Dies geschieht in der Leber. Daher ist es notwendig, ausreichend Vitamin B9 regelmäßig mit der Ernährung zuzuführen. Dort liegt es als Folat vor. Besonders reich an Vitamin B9 sind Blattgemüse, Getreide, Fisch und Innereien. Selbst bei einer gesunden und ausgewogenen Ernährungsweise kann ein Erwachsener kaum mehr als 250 Mikrogramm Vitamin B9 täglich zu sich nehmen. Während der Schwangerschaft werden jedoch etwa 600 Mikrogramm benötigt. Daher empfiehlt das BMELV bis zur zwölften Schwangerschaftswoche, 400 Mikrogramm Vitamin B9 in Form von Folsäure zu substituieren. Das gilt auch für Frauen, deren Schwangerschaft sich noch in der Planungsphase befindet. Das ist aber häufig nicht der Fall. Weltweit raten Frauenärzte Frauen zur Einnahme von Folsäure und zwar in der Konzeptionsphase, während des ersten Schwangerschafts-Trimesters und während der Stillzeit.

Viele Frauen verzichten auf zusätzliche Einnahme von Folsäure

In der aktuellen Umfrage zum Thema Folsäure befragte die Firma Fembion insgesamt 651 Frauen in Deutschland, Belgien, Frankreich und Polen, die entweder planten, schwanger zu werden, oder sich bereits im ersten Trimenon (erstes Schwangerschaftsdrittel) ihrer Schwangerschaft befanden. Dabei fanden die Forscher heraus, dass 40 Prozent der befragten Frauen aus Deutschland und 70 Prozent der französischen Studienteilnehmerinnen während des ersten Schwangerschaftsdrittels darauf verzichteten, Folsäure zu sich zu nehmen. Eine der Hauptursachen für dieses Forschungsergebnis liege in der Annahme vieler Frauen, dass eine ausgewogene und gesunde Ernährungsweise ausreiche, um während der Schwangerschaft genügend Folsäure zu sich zu nehmen. Ein Baby ist unterwegs? Alles um rund um die Themen Kinderwunsch, Erlebnis Schwangerschaft, Geburt und die Zeit nach der Geburt finden Sie bei ellviva unter http://www.ellviva.de/Schwangerschaft .

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