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Haarentfernung: Depilation versus Epilation

05.06.2012
von Sven-David Müller

Besonders in der heißen Jahreszeit, in der Bikini, kurze Röcke und Co. an der Tagesordnung sind, ist es für viele Frauen wichtig, glatte und unbehaarte Haut zu zeigen. In der heutigen Gesellschaft hat sich dieses Schönheitsideal fest etabliert. Daher verwundert es nicht, dass es eine Vielzahl an Möglichkeiten zur Haarentfernung gibt. Worin sich diese unterscheiden, wie effektiv sie sind und für welchen Hauttyp sie sich eignen, zeigt die Beauty-Redaktion von ellviva im folgenden Special: Bei der Haarentfernung werden insbesondere zwei Verfahrensweisen unterschieden: Depilation und Epilation. Unter Depilation wird die Entfernung der sichtbaren Haare oberhalb der Haut verstanden. Zu diesem Verfahren zählen die Rasur, das Rubbeln sowie chemische  Enthaarungsmittel. Im Unterschied zur Depilation, werden bei der Epilation die Haare an der Wurzel entfernt oder die Wurzel versiegelt. Hierzu gehören unter anderem das Waxing sowie unterschiedliche Laser- und Lichtverfahren zur Haarentfernung. Die Haarentfernung mittels Epilation hält länger an als die der Depilation. Jedoch sind die Verfahren der Epilation meist kostspieliger und auch schmerzhafter. Besonders empfindliche Hauttypen sollten auf schonende Methoden der Haarentfernung  zurückgreifen. Denn sowohl bei der Depilation als auch bei der Epilation kann die Haut stark beansprucht und gereizt werden. Die richtige Anwendungsweise, Vorbereitung und Nachsorge ist daher wichtig.

Methoden der Depilation
Haarentfernung: Rasur
Die Rasur gehört zu der bekanntesten Methode der Depilation und ist für alle Körperregionen geeignet. Dabei wird das Haar mit einer Rasierklinge direkt an seiner Austrittsstelle oberhalb der Haut abgeschnitten. Die Anwendung kann als Nassrasur mit Hilfe von Rasierschaum beziehungsweise  -gel  sowie als Trockenrasur durchgeführt werden.

Vor- und Nachteile der Rasur
Die Rasur ist nicht nur effektiv, sondern kann auch schnell durchgeführt werden. Sie stellt die kostengünstigste Methode der Haarentfernung dar. Jedoch wachsen spätestens 24 Stunden später unbeliebte und störende Haare wieder nach. Wer dauerhaft glatte Haut möchte, müsste die Körperstelle jeden Tag rasieren. Zudem reizt Rasieren die Haut und kann zu unangenehmen Entzündungen, eingewachsenen Haaren oder Schnittverletzungen der Haut führen.

Tipps zur Rasur

Am besten lässt sich die Haut nach einer heißen Dusche oder einem Bad rasieren. Den Rasierschaum oder das -gel vor der Rasur etwas einwirken lassen. Die Rasierklingen regelmäßig austauschen und niemals von anderen benutzen. Durch stumpfe und oft benutzte Klingen steigt das Verletzungs- und Infektionsrisiko. Bei der Nutzung von fremden Rasierapparaten kann es sogar zu Übertragung von Krankheiten kommen. Um die gereizte Haut nach der Rasur zu pflegen, ist die Verwendung von Aftershave-Cremes, -Lotionen oder -Gels geeignet, die beruhigend wirken und mögliche Hautirritationen mildern.

Haarentfernung: Chemische Enthaarungsmittel
Chemische Enthaarungsmittel werden in Form von Cremes, Lotionen, Gels oder Schaum angeboten. Sie enthalten alkalische Wirkstoffe, die dazu führen, dass die oberhalb der Haut liegenden Haare zerfallen und abgetrennt werden können. Die Haarwurzeln sind vom chemischen Vorgang nicht betroffen. Das Enthaarungsmittel wird auf die Haut aufgetragen und muss einige Zeit einwirken. Anschließend wird die Enthaarungscreme mit den Haaren mittels Schaber entfernt oder einfach mit warmem Wasser abgespült.

Vor- und Nachteile chemischer Enthaarungsmittel
Die Anwendung ist einfach und schnell erledigt. Bei chemischen Enthaarungscremes besteht die Gefahr einer Hautallergie oder -reizung.  Daher sollten die Mittel erst an einer unauffälligen Stelle der Haut ausprobiert werden. Die Methode führt nicht, wie von manchen Herstellern behauptet, zu verlangsamten Haarwuchs. Die Haare wachsen ebenso rasch nach, wie nach einer Rasur.

Tipps zur Verwendung von chemischen Enthaarungsmitteln
Empfindliche Hauttypen sollten chemische Enthaarungsmittel vorsichtig oder gar nicht anwenden. Das Risiko von Hautirritationen, -allergien und -entzündungen ist hoch. Von einer Anwendung im Gesicht sowie an Stellen, die im Allgemeinen empfindlicher sind, ist abzuraten.

Haarentfernung: Rubbelhandschuh  

Rubbelhandschuhe sind ausgestattet mit auswechselbaren Depilationskissen, deren Schleifoberfläche aus feinem Sandpapier besteht und mit mikroskopisch kleinen Schnittflächen versehen ist. Dadurch werden Haare sowie abgestorbene Haut sanft abgeschmirgelt, vergleichbar mit einem intensiven Peeling. Die Methode des Rubbelns ist für Arme, Beine, Bikinizone und Gesichtsbehaarung geeignet.

Vor- und Nachteile des Rubbelhandschuhs
Das Rubbeln ist einfach in seiner Anwendung und benötigt weder Elektronik noch Chemikalien und hat den Vorteil des gleichzeitigen Hautpeelings. Nach Angaben des Herstellers, soll eine regelmäßige Anwendung sogar zu verzögertem Haarwuchs führen und einen lang anhaltenden Glätteeffekt bewirken. Bei zu starkem Reiben können Hautreizungen entstehen. Nachteilig ist es, dass die Rubbelhandschuhe noch nicht überall erhältlich sind.

Tipps für die Anwendung des Rubbelhandschuhs

Die Haut sollte bei der Anwendung fettfrei und weich sein bei der Anwendung. Daher ist der beste Zeitpunkt direkt nach dem Duschen oder Baden und vor dem Eincremen beziehungsweise Einölen der Haut. Stellen mit Leberflecken dürfen nicht mit dem Rubbelhandschuh behandelt werden.  

Methoden der Epilation
Haarentfernung: Elektrische Epiliergeräte

Die elektrischen Epilierer funktionieren mit sich drehenden Walzen oder Federn, die das Haar an der Wurzel herausziehen. Der Epilierer sollte senkrecht angesetzt werden, damit die Haare gut erfasst werden können. Das Epilieren der Gesichts- und  Achselhaut sowie der Bikinizone ist nicht empfehlenswert, da die Haut an diesen Stellen zu weich ist und dadurch wenig Widerstand leistet. Zudem wäre die Behandlung hier schmerzhaft.

Vor- und Nachteile der elektrischen Epiliergeräte

Die Haarentfernung mittels Epilation hält bis zu vier Wochen an. Durch das regelmäßige Epilieren wachsen die Haare weicher und feiner nach. Leider ist die Methode schmerzhaft, obwohl sich die Haut mit der Zeit erfahrungsgemäß an die Anwendung gewöhnt.  Es besteht die Gefahr von Entzündungen und Hautreizungen.

Tipps zur Anwendung elektrischer Epiliergeräte
Die Haut sollte auf das Epilieren vorbereitet werden. Dazu wird sie fettfrei und trocken gemacht. Um die Poren nicht zu verstopfen, sollte die Haut auch nicht mit fettreichen Cremes nachbehandelt werden. Für ein optimales Ergebnis müssen die Haare eine Mindestlänge von 0,3 bis 0,5 Zentimetern haben, damit sie von den Walzen oder Federn  richtig erfasst werden können. Um die Schmerzen zu verringern, sollte die zu epilierende Stelle gestrafft werden. Bei empfindlicher oder zu Irritationen neigender Haut, ist die Epilation mit einem elektrischen Gerät nicht geeignet.  

Haarentfernung mit Laser- und Lichttechnik (IPL)

Die Abkürzung IPL steht für Intense Pulsed Light und basiert auf dem Prinzip der Laser-Haarentfernung.  Laser- und Lichttechnik sind die modernsten Methoden, um Haare dauerhaft zu entfernen. Die Behandlung verläuft mittels energiereicher Lichtwellen, die die Keimzellen der Wurzeln zerstören. Der Unterschied zwischen Laser- und Lichttechnik besteht hauptsächlich in der Größe der behandelbaren Hautfläche: Während die Lasermethode nur einen Quadratzentimeter Hautfläche pro Impuls behandelt, wird bei der Lichttechnik eine weitaus größere Fläche behandelt. Das Verfahren kann am ganzen Körper angewendet werden.

Vor- und Nachteile der Laser- und Lichttechnik
Diese Möglichkeiten der Epilation sind zwar die besten Methoden, um Haare dauerhaft zu entfernen, jedoch müssen sie mehrmals wiederholt werden und sind relativ teuer. Die Preise dafür sind unterschiedlich hoch und richten sich nach der zu behandelnden Hautfläche. Beide Verfahren sind lediglich bei schwarzem Haar anwendbar, da weißem Haar das Pigment Melanin fehlt. Dieses ist dafür zuständig, dass die Haarwurzel die Licht-Strahlung absorbieren beziehungsweise zur Wurzel weiterleiten kann, wo es schließlich in Wärme umgewandelt wird und zur Verödung der Haarwurzeln führt. Die Behandlung mit Licht- und Lasertechnik kann zu Rötungen und Schwellungen der Haut führen.

Tipps zur Epilation mittels Laser- und Lichttechnik

Nach der Behandlung sollte direkte Sonneneinstrahlung, Solarium sowie Sauna vermieden werden. Können die behandelten Stellen nicht verdeckt werden, beispielsweise im Sommer, müssen diese mit Sonnencreme geschützt werden. Andernfalls besteht das Risiko krankhafter Hautveränderungen. Wenn eine Rötung oder Schwellung nach der Behandlung auftritt, helfen Kühlpacks oder kalte Kompressen. Normalerweise verschwinden diese Nebenwirkungen bereits am Tag nach der Behandlung.

Haarentfernung: Nadelepilation (Elektrolyse)

Lange Zeit war die Nadelepilation die einzige Methode, um Haare dauerhaft zu entfernen. Dabei wird eine spezielle Nadel in den einzelnen Haarkanal zur Wurzel eingeführt und die Wachstumszellen durch einen Stromimpuls zerstört. Dies geschieht entweder durch Verätzung (Elektrolyse) oder durch Verbrennung (Thermolyse). Danach kann das Haar mit einer Pinzette einfach entfernt werden. Die Methode ist am ganzen Körper anwendbar.

Vor- und Nachteile der Elektrolyse

Die Elektrolyse ist bei extrem hellen und weißen Haaren praktisch die einzige Methode der dauerhaften Haarentfernung. Ein großer Nachteil besteht darin, dass es besonders zeitaufwendig ist, da jedes Haar einzeln behandelt werden muss. Dadurch wird die Behandlung auch ziemlich teuer. Durch das Einstechen der Nadeln in die Haut, ist die Behandlung nicht nur schmerzhaft, sondern auch belastend.

Tipps für die Haarentfernung mittels Nadelepilation

Die Nadelepilation kann nur in einem professionellen Studio oder beim Hautarzt korrekt durchgeführt werden. Andernfalls kann es zu Narbenentstehung in dem Bereich des Nadeleinstichs kommen.     

Haarentfernung: Waxing und Sugaring
Waxing ist eine Art der Haarentfernung, bei der die Haare an der Wurzel entfernt werden. Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten der Anwendung: mit Kalt- oder Warmwachs. Die erste Form wird gebrauchsfertig als Wachsstreifen angeboten. Diese müssen lediglich auf die Haut aufgedrückt und entgegen der Haarwuchsrichtung abgezogen werden. Warmwachs muss vor der Behandlung erhitzt werden. Danach wird es auf die Haut aufgetragen und mit einem Papier- oder Stoffstreifen bedeckt. Wenn das Wachs ausgehärtet ist, kann es, ebenfalls entgegen der Haarwuchsrichtung, abgezogen werden. Beim Sugaring wird eine spezielle Paste, die aus Zuckermasse und Zitronensaft hergestellt wird, auf die Haut aufgetragen. Anschließend wird das sogenannte Halawa mit einem Tuch (wie beim Waxing) oder mit bloßen Fingern mit der Haarwuchsrichtung abgezogen.

Vor- und Nachteile der Wachsmethoden
Ein Vorteil des Waxings sowie des Sugarings ist die langanhaltende Haarentfernung. Nach den Anwendungen dauert es rund vier Wochen, bis die Haare nachwachsen. Zudem  wird, wie bei allen Methoden der Epilation, der Haarwuchs verlangsamt. Die Haare wachsen dünner und weicher nach, was zu weniger Schmerzen bei der nächsten Behandlung führt. Damit ist zugleich der größte Nachteil angesprochen: der Schmerz. Im Gegensatz zum Sugaring ist Waxing schmerzhafter, da sich das Wachs auf der Haut festklebt und diese beim Abreißen des Wachsstreifens stark beansprucht wird. Das Sugaring verursacht weniger Schmerzen, weil die Zuckermasse nicht so sehr an der Haut haftet.

Tipps zum Sugaring und Waxing
Um Hautirritationen und eingewachsene Haare zu vermeiden, sollte die Haut auf die Prozedur vorbereitet und richtig nachgepflegt werden: Vor dem Waxing oder Sugaring sollte sie weich und fettfrei gehalten werden. Der beste Zeitpunkt ist direkt nach dem Duschen oder Baden und vor dem Eincremen oder Einölen der Haut. Die Haare müssen mindestens einen Zentimeter lang sein, damit sie von der Wachs- oder Zuckerpaste erfasst werden können. Die Haut nicht mit fettreichen Cremes oder Lotionen, welche die Poren verstopfen, nachbehandeln. Sonst entstehen Pickel, Entzündungen und eingewachsene Haare. Auf Sauna oder Sonnenbäder sollte mindestens 24 Stunden nach der Behandlung verzichtet werden.

Haarentfernung: Biologische Wachstumshemmer   
Biologische Substanzen, die den Haarwuchs verzögern, bestehen aus  Proteinen und Aminosäuren, sowie Pflanzenextrakten. Der daraus entwickelte wachstumshemmende Wirkstoff ist in Deos, Gesichtscremes sowie Bodylotionen eingebettet.

Vor- und Nachteile biologischer Wachstumshemmer
Die Haare wachsen langsamer, dünner, weicher sowie feiner nach und die Haarwuchsverzögerung setzt bereits nach kurzer Anwendungszeit ein. Die Haut wird nicht strapaziert und gleichzeitig gepflegt. Der Nachteil besteht darin, dass die Haare nicht komplett entfernt werden, sondern lediglich das Wachstum reduziert wird. Für eine vollständige Haarentfernung müssten zusätzliche Haarentfernungsmethoden angewendet werden.

Tipps zur Anwendung biologischer Wachstumshemmer    
Es muss unbedingt darauf geachtet werden, dass die Cremes nur biologische und keine chemischen Wirkstoffe enthalten. Andernfalls besteht die Gefahr von Allergien oder Hautrötungen und Irritationen.

Haarentfernung mittels Fadenepilation
Eine weitere Möglichkeit der Epilation ist das Entfernen der Haare mittels Faden, auch khite oder fatlah genannt. Bei dieser Technik werden die Fäden mit beiden Händen zwischen den Fingern so schnell gedreht, dass sich die Härchen dazwischen verfangen und entfernt werden.  Die Methode ist für den ganzen Körper geeignet, wird in Deutschland jedoch hauptsächlich für die Augenbrauen verwendet.

Vor- und Nachteile der Fadenepilation
Geübte Fachkräfte können die Haare bei dieser Methode fast schmerzlos entfernen. Es geht schnell, da die Fäden nicht jedes Haar einzeln ausreißen, sondern mehrere Haare auf einmal einfangen und ausreißen. Die Haut wird dabei kaum beansprucht und eventuelle Rötungen sind rasch verschwunden. Es ist jedoch relativ kompliziert, qualifizierte Fachkräfte für die Fadenepilation zu finden. Wird diese Technik nicht richtig angewendet, besteht ein hohes Risiko für Hautirritationen und andere Folgewirkungen, wie einwachsende Haare, Rötungen sowie Schwellungen der Haut.

Tipp zur Haarentfernung mittels Fadenepilation
Nur von qualifiziertem Fachpersonal durchführen lassen!

Weitere Tipps und Informationen zu schöner und glatter Haut, erfahren Sie in unseren Beiträgen „Beine, die für Aufsehen sorgen“  unter http://www.ellviva.de/Schoenheit/Beine-Bein.html und „Hautpflege“. Redaktion: Nelli Blehm und Sven-David Müller von der Cocomore AG.

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