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Lactobazillen schützen vor Neurodermitis

08.12.2011
von Sven-David Müller

Gegenwärtig erforschen Wissenschaftler, inwieweit Probiotika bei verschiedenen Erkrankungen eine positive Wirkung entfalten können. Unter Probiotika versteht man Mikroorganismen, die die Magen-Dünndarm-Passage überleben und sich im Dickdarm ansiedeln. Sie zählen zu den Functional-Food-Lebensmitteln. Probiotikahaltig sind neben Joghurt auch Kefir, Brottrunk und frisches Sauerkraut. Zu den Probiotika zählen insbesondere Milchsäurebakterien (Lactobazillen). Diese können sich im Darm positiv auf dessen Flora auswirken. Sie produzieren dort einige wichtige Substanzen (zum Beispiel die Vitamine Folsäure und Niacin) und verschlechtern so die Lebensbedingungen von unerwünschten Mikroorganismen, die Krankheiten verursachen können. Zudem stärken Lactobazillen die Abwehrkräfte. Mehr zu Lactobazillen auf ellviva.de unter http://www.ellviva.de/Gesundheit/Milchsaeurebakterien.html

Was ist Neurodermitis?
Neurodermitis ist eine chronische Entzündungserkrankung der Haut. Diese tritt schubweise auf und ist nicht ansteckend. Typische Symptome von Neurodermitis sind trocken gerötete Hautstellen, verstärkte Schuppenbildung, Juckreiz oder Entzündungen. Andere Bezeichnungen für Neurodermitis sind endogenes Ekzem, atopische Dermatitis oder atopisches Ekzem. Wenn Sie eines dieser Symptome bei Ihrem Kind beobachten, sollten Sie sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Je früher die Krankheit diagnostiziert und behandelt wird, desto besser kann die Anzahl der Neurodermitis-Schübe verringert werden. Die Krankheit ist nicht heilbar. Es stehen aber wirkungsvolle Therapien zur Verfügung, mit deren Hilfe die Intervalle zwischen den Schüben vergrößert und die Schübe selbst gelindert werden können. Neurodermitis zeigt sich überdurchschnittlich häufig bei Säuglingen und Kleinkindern, kann aber auch erst im Erwachsenenalter auftreten. Insgesamt sind in Deutschland schätzungsweise drei Millionen Menschen von Neurodermitis betroffen.

2. Teil: Lactobazillen könnnen Neurodermitis-Risiko verringern
Für die positiven Eigenschaften von Probiotika interessierte sich auch die Wissenschaftlerin Katja Doege aus Hamburg. Sie und ihre Kollegen wollten wissen, ob die Wahrscheinlichkeit geringer ist, dass ein Kind an Neurodermitis erkrankt, wenn die Mutter während der Schwangerschaft probiotische Lebensmittel mit und ohne Milchsäurebakterien zu sich nimmt. Dafür untersuchten die Wissenschaftler in Einzelstudien zwischen 2001 und 2009 insgesamt 2843 Kinder im Alter zwischen zwei und sieben Jahren. Deren Mütter nahmen in mehreren Testgruppen während ihrer Schwangerschaft Lactobazillen, eine Mischung aus verschiedenen probiotischen Mikroorganismen oder ein Placebo zu sich. Die Wissenschaftler stellten fest, dass Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft probiotische Lebensmittel mit Lactobazillen zu sich genommen hatten, ein um 10,6 Prozent geringeres Risiko hatten, an Neurodermitis zu erkranken. Bei den Kindern, deren Mütter während der Schwangerschaft andere Probiotika verabreicht bekommen hatten, lag die Verringerung des Risikos nur bei 3,1 Prozent. Die Forscher veröffentlichten ihre Studienergebnisse im British Journal of Nutrition.

Welche Lebensmittel beinhalten Lactobazillen?
Bei einer ganzen Reihe von Lebensmitteln spielen Milchsäurebakterien eine wichtige Rolle. Sauermilchprodukte wie Joghurt werden durch Milchsäuregärung hergestellt. Bei diesem Prozess wird mithilfe von Milchsäurebakterien der Milchzucker zu Milchsäure abgebaut. Diesen Prozess nenn man Fermentation. Die Milchsäurebakterien fungieren bei diesem Prozess als Starterkultur, das heißt, sie setzen den Fermentationsprozess in Gang. Auch Hefe ist eine Starterkultur, die bei der Fermentation zum Einsatz kommt. ilchsäuregärung kommt schon seit Jahrtausenden bei der Konservierung von Lebensmitteln zum Einsatz. Das hierzulande bekannteste Beispiel dafür ist Sauerkraut. Auch Gemüse wie Rettich, Lauch, Chinakohl, Gurken oder Borretsch können bei der Herstellung und Zubereitung fermentiert werden. Besonders verbreitet ist die Fermentation von Gemüse mithilfe von Milchsäurebakterien in Korea. Diese Art der Zubereitungsart wird dort Gimchi genannt.

3. Teil: Gemüse mit Lactobazillen selbst fermentieren
Wenn Sie zu Hause Gemüse durch Milchsäurebakterien fermentieren wollen, benötigen Sie diese als Starterkultur. Diese können Sie im Reformhaus oder dem Bioladen kaufen. Dort werden Sie in Form von gefriergetrockneten Pulvern oder Suspensionen verkauft. Zur Fermentierung eines Gemüses wie Karotten, Kohl, Rote Bete oder Rettich müssen Sie dieses zerkleinern. Geben Sie dann die Starterkultur wie auf der Verpackung beschrieben hinzu. Füllen Sie das Gemüse anschließend in mehreren Schichten dicht in ein verschließbares Gefäß aus Porzellan oder Ton. Das Gefäß muss so gut mit dem Gemüse gefüllt sein, dass der Deckel oder Teller beim Verschließen auf dem Gemüse aufliegt. Spannen Sie über das Gefäß ein sauberes Küchentuch oder ein Moskitonetz, um Staub, Insekten oder andere ungebetenen Gäste fernzuhalten. Um das Gemüse nach unten zu drücken, beschweren Sie den Teller oder Deckel mit einem Gewicht.

Der Fermentationsprozess
Bewahren Sie das Gefäß mit dem Gemüse jetzt für drei Tage bis maximal eine Woche an einem Ort auf, an dem konstant eine Temperatur von 16 bis 22 Grad herrscht. Während dieses Zeitraums findet der Fermentationsprozess statt. Das fermentierte Gemüse können Sie in Einmachgläser füllen und nach Belieben zubereiten. Gekühlt kann fermentiertes Gemüse bis zu sechs Monate aufbewahrt werden. Essen Sie das Gemüse am besten als Salat. Sie dürfen das Gemüse nicht kochen, da die Milchsäurebakterien bei Temperaturen über 42 Grad Celsius absterben. Umfassende Informationen zum Thema Neurodermitis finden Sie im gleichnamigen Themenüberblick Häufige Beschwerden. Auf ellviva lesen Sie auch ausführliche Beiträge zu chronische-entzündlichen Darmerkrankungen und Diarrhö. In unserer Rezeptdatenbank finden Sie zahlreiche Rezepte mit Buttermilch, Sauerteig, Sauerkraut oder anderen durch Milchsäuregärung gewonnene Lebensmittel. Geben Sie dort einfach die entsprechende Zutat in der Suchfunktion ein. In unserer Community können Sie sich mit anderen Eltern über Neurodermitis bei Kindern austauschen. Weitere Informationen über Neurodermitis finden bei ellviva unter http://www.ellviva.de/Gesundheit/Neurodermitis-Symptome.html

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Redaktion: Patrick Jiranek und Sven-David Müller, ellviva-Redaktion

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