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Mythen zum Thema Krebs

28.02.2013
von Sven-David Müller
Weltweit erkranken 12,4, Millionen Menschen im Jahr an Krebs. Alleine in Deutschland waren es 2012 nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 486.000 Neuerkrankungen. Bis zum Jahr 2030 wird ein Anstieg auf weltweit 20 Millionen Krebsdiagnosen jährlich befürchtet, wenn es bis dahin nicht gelinge, die Krebsprävention zu verbessern. Das Ratgeberportal www.ellviva.de berichtet: Der diesjährige Weltkrebstag am 4. Februar 2013 warb für eine vorurteilsfreiere Haltung gegenüber Krebs. In diesem Zusammenhang informiert die Deutsche Krebsgesellschaft e. V. über die häufigsten Krebs-Mythen.

Man kann Krebs nicht vorbeugen

Das Gegenteil ist richtig. Es gibt viele Studien der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die belegen, dass eine ungesunde Ernährungsweise, Bewegungsmangel, Übergewicht sowie Fettleibigkeit das Risiko erhöhen, an Krebs zu erkranken. 27 bis zu 38 Prozent der Hauptkrebsarten könnten nach Schätzungen der WHO durch eine gesunde Ernährungsweise und Lebensweise vorgebeugt werden. Darüber hinaus kann das Risiko an Krebs zu erkranken zusätzlich durch Vorbeugeuntersuchungen reduziert werden. Am deutlichsten wird das am Beispiel von Darmkrebs. Nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft könnten bis zu 90 Prozent aller Darmkrebsfälle vermieden werden, wenn jeder Berechtigte diese Vorsorgeleitung seiner Krankenkasse in Anspruch nehmen würde. Das trifft zurzeit leider nur auf ein Fünftel der 20 Millionen berechtigten Versicherten zu.

Auch Nichtraucher erkranken an Krebs

Der deutsche Regisseur Christoph Schlingensief (1960 bis 2010) war Nichtraucher und erkrankte an Lungenkrebs. Trotzdem haben Raucher ein 20-mal so hohes Risiko an Lungenkrebs zu erkranken als Nichtraucher! In diesem Zusammenhang darf auch das Risiko des Passivrauchens nicht unterschätzt werden. Das Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) macht Rauchen für 25 bis 30 Prozent aller Krebsfälle verantwortlich und sieht darin den größten Risikofaktor. Außerdem werden nach Berechnungen der Union for International Cancer Control im Laufe des 21. Jahrhunderts weltweit eine Milliarde Menschen an den Folgen des Rauchens und Passivrauchens sterben.

Alkohol erhöht nicht das Krebs-Risiko

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, dass Männer nicht mehr als 20 Gramm und Frauen nicht mehr als 10 Gramm Alkohol am Tag zu sich nehmen sollten. Das entspricht einem halben Liter Pils oder einem viertel Liter Rotwein beziehungsweise einer Stange Kölsch (0,2 Liter) oder einem achtel Liter Weißwein. Bei übermäßigem Alkoholkonsum und Alkoholabhängigkeit besteht dagegen nachweislich ein erhöhtes Risiko beispielsweise an Brustkrebs, Leberkrebs, Krebs in der Mundhöhle oder Speiseröhrenkrebs zu erkranken.

Krebs kommt einem Todesurteil gleich
Das ist nicht richtig. Je früher Krebs diagnostiziert wird, desto besser ist die Chance auf Heilung. Nach Schätzungen des RKI leben in Deutschland zirka 1,5 Millionen Menschen, bei denen die Krebs-Diagnose bereits vor fünf Jahren oder noch früher erstellt worden war. Dazu sagt Dr. Ulrike Helbig von der Deutschen Krebsgesellschaft: „Viele Menschen denken immer, dass die Diagnose Krebs einem Todesurteil gleichkommt. Dabei können mehr als 50 Prozent aller krebsranken Menschen mittlerweile auf Heilung hoffen. Wird der Tumor früh erkannt, können die Heilchancen noch höher liegen.“

Durch Operationen wird der Krebs zum Wachstum angeregt
Prinzipiell besteht bei jedem operativen Eingriff das Risiko, dass es zu Komplikationen kommt. Allerdings minimieren verbesserte Operationstechniken und Behandlungsmethoden nach der Operation heutzutage das Risiko, dass Krebszellen im Körper verstreut werden.

In der Umgangssprache werden alle bösartigen Gewebebildungen als Krebs bezeichnet. Der elliva.de-Themenüberblick Diagnostik und Krebs gibt unter http://www.ellviva.de/Gesundheit/Krebs-Diagnose.html einen umfassenden Überblick. Redaktion: Patrick Jiranek und Sven-David Müller, MSc., Medizinjournalist.

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