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Selbsthilfe mit Genuss – Ernährungsratgeber Reizdarm

28.12.2012
von Sven-David Müller
Fast jeder vierte Mensch, der in Industriestaaten lebt, leidet unter unspezifischen Verdauungsstörungen. Nur Wenige gehen mit ihren Beschwerden zum Arzt und erhalten eine passende Behandlung. Der Ernährungsratgeber Reizdarm von Ernährungsexperte Sven-David Müller und Diät- und Diabetesassistentin Christiane Weissenberger, empfohlen von der deutschen Reizdarmselbsthilfe e.V., gibt Tipps zum Umgang und Hilfe zur Selbsthilfe bei der Diagnose Reizdarm.

Tückisch am Reizdarmsyndrom (RDS) ist, dass keine organischen Ursachen für die auftretenden Beschwerden zu finden sind. Das macht besonders die Diagnose, aber auch eine Behandlung schwierig. Bis heute sind die genauen Auslöser unklar. Bewiesen ist allerdings, dass eine angepasste Ernährungsweise positiv auf den Krankheitsverlauf wirkt. Viele Patienten leiden an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit oder haben Probleme mit ballaststoff- oder fettreicher Nahrung. Eine tabellarische Übersicht der häufigsten Lebensmittel, die sowohl schlecht als auch gut vertragen werden, gibt Anhaltspunkte.

Die eine richtige Ernährungsweise für Reizdarm-Patienten gibt es nicht. Jede Erkrankung, jeder Patient ist anders und die möglichen Auslöser der Krankheit vielfältig. Der praktische Ernährungstagebuch-Vordruck auf der Innenseite der Buchklappe hilft nicht nur bei der eigenen Kontrolle, sondern dient auch der Diagnosehilfe beim Arztbesuch. Auch psychische Faktoren wie Stress können Auslöser für eine Erkrankung sein. Der Ernährungsratgeber Reizdarm unterstützt eine erfolgreiche Therapie und den Umgang mit den Schmerzen und Symptomen eines „nervösen Darms". Die einzelnen Kapitel sind klar strukturiert und mit zusätzlichen Informationen gesäumt. Tabellarische Darstellungen geben hilfreiche Übersichten und erleichtern die Orientierung. Im Kapitel „Die Ernährung umstellen - was ist jetzt wichtig?" sind viele Empfehlungen für eine schonende Herangehensweise, nach der jeder Patient die richtige Kost für sich herausfinden kann aufgeführt. Auch praktische Hilfe zur Selbsthilfe findet sich im Buch. Wie Patienten häufig auftretende Symptome und Beschwerden eigenständig mit Hilfe von bewährten Hausmitteln behandeln oder lindern können. Jedes Symptom wird erst beschrieben und darauf folgen Tipps zu Ernährung und passende Hausmittel. Den Abschluss jedes Symptoms bildet eine Tabelle, aus der man auf einen Blick geeignete und ungeeignete Lebensmittel ersichtlich sind.

Die schmackhaften, vielfältigen Rezepte im zweiten Teil des Buches machen deutlich, dass auch Reizdarm-Patienten nicht auf Genuss und Freude am Essen verzichten müssen. Die Rezepte sind einfach zuzubereiten, jedoch fehlt es ihnen nicht an Raffinesse. Jedes Rezept enthält Nährwertangaben, die speziell auf RDS-Patienten zugeschnitten sind. So gibt es neben den üblichen Angaben zu Kalorien, Fett, Ballaststoffen, Eiweiß und Kohlenhydraten zusätzlich auch die Werte für Laktose und Fructose, da viele RDS-Patienten auf diese Stoffe besonders achten müssen. Gegliedert nach Mahlzeitart, also Frühstück, Mittagessen und Abendessen, gibt es für jegliche Gelegenheiten und für jeden Geschmack das passende Gericht. Ob bunter Tomatentopf mit Schinken und Couscous oder gesunde Gemüseburger, ob deftige Haupt- oder süße Nachspeise: kein Wunsch bleibt offen. Der „Ernährungsratgeber Reizdarm – Genießen erlaubt" macht klar, dass eine gesundheitsbewusste, „darmfreundliche" Ernährung nicht nur dem eigenen Wohlbefinden gut tut, sondern auch lecker schmecken und Spaß machen kann.

Rezensentin: Jennifer Kosche, freie Journalistin aus Aschaffenburg.

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