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Wie wir uns vor Fluglärm schützen können

16.04.2012
von Sven-David Müller
Nicht nur der Fluglärm, sondern auch die Diskussionen zu Nachtflugverboten und Flughafenausbauten dröhnen viele Menschen in den Ohren. Für die Betroffenen, die in der Nähe eines Flughafens leben, sind das ernste Themen. Lärm ist nicht nur ein Stressfaktor. Wer ihm dauerhaft ausgesetzt ist, kann gesundheitliche Schäden davontragen. Die Gesundheitsredakteure des Ratgeber-Portals www.ellviva.de klären auf: Was bewirkt Lärm physikalisch gesehen eigentlich? Welche gesundheitlichen Schäden können durch ihn entstehen? Und wie kann man sich vor Fluglärm schützen?: Lärm wird durch Schallwellen verursacht. Diese entstehen zum Beispiel durch Geräusche, wie sie von einem Flugzeugtriebwerk verursacht werden. Bei Schallwellen handelt es sich um Wellen, bei denen sich Schwingungen von Luftmolekülen ausbreiten. Unsere Trommelfell und die Hörzellen im Innenohr fangen diese auf und senden die Information an das Gehirn weiter, wo sie verarbeitet werden. Ab einer bestimmten Intensität nehmen unser Gehör und unser Körper, wenn auch individuell unterschiedlich, Schallwellen als Lärm wahr.

Wie sich Fluglärm auf das Ohr auswirkt
Lärm beziehungsweise Fluglärm kann unseren Körper auf vielfältige Weise beeinträchtigen. Allen voran das Ohr. Stark in Schwingung gesetzte Luftmoleküle versetzen im Ohr den Hammer und das Trommelfell in Bewegung. Diese kann so stark sein, dass das Trommelfell platzt. Zum Beispiel nach einen lauten Knall. Auch die feinen 15.000 Hörzellen oder die Durchblutung im Innenohr können durch Lärm Schaden nehmen. Dieser kann sich durch einen Hörsturz, Schwerhörigkeit oder durch Tinnitus bemerkbar machen. Die Belastung des Ohrs richtet sich nach der Intensität der Schwingung der Luftmoleküle. Schon wenn man kurzzeitig 120 Dezibel ausgesetzt ist, kann das Hörschäden zur Folge habe. Erfolgt die Geräuschbelastung dauerhaft, ist eine gesundheitsschädigende Wirkung bei einem weit geringeren Schalldruck möglich. Das gilt besonders für Fluglärm. Ein startendes oder landendes Flugzeug kann in einem Wohngebiet in der Nähe eines Flughafens durchaus 40 bis 60 Dezibel erreichen. Eine dauerhafte Ruhestörung von 40 Dezibel während der Nacht gilt schon als Risiko für die Gesundheit.

Wie Fluglärm der Gesundheit indirekt schaden kann

Nicht nur das Gehör wird durch Fluglärm geschädigt. Geräusche und Lärm signalisieren unserem Gehirn Gefahren und damit Stress. Das permanente Ausschütten von Stresshormonen belastet den Organismus. Das Herz schlägt schneller und muss härter arbeiten. Zudem sorgen Stresshormone für Ablagerungen in den Arterien, was zu Bluthochdruck führen kann. Darüber hinaus besteht die Gefahr von Infarkten im Innenohr (Hörsturz), im Herzen (Herzinfarkt) beziehungsweise im Gehirn (Schlaganfall). Das hat den folgenden Grund: In den kleinen Äderchen bewirken die Ablagerungen, dass das Blut nicht mehr durchfließen kann. Es gelangt nicht mehr in ausreichender Menge in die betroffenen Körperregionen. Ihnen fehlt es damit an Sauerstoff und den Nährstoffen aus dem Blut.

Wie der Fluglärm den Schlaf beeinträchtigt
Sowohl der Körper als auch das Gehirn brauchen eine Auszeit – der Körper um sich auszuruhen und das Gehirn, um die Ereignisse des Tages verarbeiten zu können. Dafür ist ausreichend Schlaf unabdingbar. Fluglärm wirkt sich in vielen Fällen negativ auf die Schlafqualität aus, weil die meisten Menschen ein gewisses Maß an Ruhe brauchen, um überhaupt schlafen zu können. Mit Stresshormonen im Blut fällt das in der Regel schwer, weil das Gehirn der Nebenniere meldet: „Es ist Gefahr im Verzug!“ Die möglichen Folgen sind wegen der daraufhin ausgeschütteten Stresshormone Schlafstörungen. Schlafmangel führt oft zur Beeinträchtigung des Konzentrationsvermögens und der Leistungsfähigkeit. Bei einer schlechten Schlafqualität können zudem die Symptome Kopfschmerzen oder Übelkeit auftreten. Schlafmangel beeinträchtigt darüber hinaus die Belastbarkeit und die Stressresistenz. Wenn die Ein- und Durchschlafstörungen länger anhalten, können diese auch Depressionen zu Folge haben.

Wie man sich vor Fluglärm schützen kann
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten sich vor Lärm im Allgemeinen und Fluglärm im Besonderen zu schützen, zum Beispiel durch das Tragen von Ohrenstöpseln. Für die Anwendung über einen längeren Zeitraum, etwa die ganze Nacht, ist dieses Hilfsmittel jedoch umstritten. Es schützt zwar vor Lärm und die durch ihn verursachten gesundheitlichen Risiken. Auf der anderen Seite können Ohrenstöpsel zu einer Vermehrung von Krankheitserregern im Gehörgang beitragen. Daher ist es wichtig, die Stöpsel regelmäßig auszuwechseln beziehungsweise sie zu reinigen. Je nach Material kann es außerdem zu Reizungen des Gehörgangs kommen. Im Fachhandel gibt es aber gute spezielle Ohrenstöpsel für die Nacht. Das Fachpersonal dort steht für Fragen gerne zur Verfügung.

Bauliche Maßnahmen gegen Fluglärm
Auch für unsere eigenen vier Wände gibt es Maßnahmen gegen Fluglärm: So können dicke Teppiche und Vorhänge die Geräuschkulisse von außen dämpfen. Wahre Wunder wirken dreifach isolierte Fensterscheiben. Diese reduzieren selbst in einem Wohnhaus an einer viel befahrenen Hauptstraße den Geräuschpegel auf ein erträgliches Maß. Es gibt weitere bauliche Maßnahmen zum Schallschutz: zum Beispiel am Hausdach. Diese dienen nicht nur der Wärmedämmung, sondern auch der Schallisolierung. In dem ellviva-Special Dachausbau: Dämmen und Verkleiden wird erklärt, welche Materialen dafür benötigt werden und wie die Baumaßnahmen durchgeführt werden können. Diese und andere bauliche Maßnahmen zum Schallschutz können relativ teuer sein. In den Ein- und Abflugschneisen verschiedener Flughäfen besteht daher die Möglichkeit, sich als Vermieter oder Eigentümer bestimmte Baumaßnahmen für den Schutz von Wohn- und Aufenthaltsräumen vor Fluglärm zumindest teilweise erstatten zu lassen. Für den Rhein-Main-Flughafen gibt es eine entsprechende Regelung des Bundeslandes Hessen. Informationen dazu stellt das Regierungspräsidium Darmstadt  und das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung bereit. Gerade in der Rhein-Main-Region sind besonders viele Menschen von Fluglärm betroffen. Entsprechende Regelungen gibt es außerdem in anderen Bundesländern, zum Beispiel in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Kraft kommt auch von innen
Nicht jeder hat die Mittel, sein Eigenheim „schalldicht“ zu gestalten. Und selbst wer die baulichen Maßnahmen für eine bessere Dämmung vor Fluglärm bereits getroffen hat. Hundertprozentigen Schutz können sie nicht gewährleisten. Dennoch gibt es die Möglichkeit, den Stressfaktor Fluglärm besser in den Alltag zu integrieren. Dazu eignen sich alle Maßnahmen, die dem Stressabbau und der Entspannung dienen:

Progressive Muskelentspannung und Autogenes Training
Entspannungstechniken gibt es viele. Relativ einfach zu erlernen ist die Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen. Sie hat den Vorteil, dass sie selbst am Schreibtisch ohne großen Zeitaufwand umgesetzt werden und fast unmittelbar zu etwas Entspannung verhelfen kann. Eine Anleitung dafür befindet sich im gleichnamigen ellviva-Artikel. Eine Entspannungstechnik, die den Schlaf zwar auf keinen Fall ersetzt, aber zu einem ordentlichen Energiekick verhelfen kann, ist das Autogene Training. Es nimmt etwas mehr Zeit in Anspruch als die Progressive Muskelentspannung. Man braucht zudem genügend Platz, um sich hinzulegen. Außerdem erfordert das Autogene Training einen ruhigen Raum, in dem man sich wohl und geborgen fühlt. In dem Artikel „Das kann autogenes Training“ wird in die Grundlagen dieser Entspannungstechnik eingeführt. Umfangreiche Informationen befinden sich darüber hinaus in dem Special „Fit durch Autogenes Training“.

Yoga: Mehr als nur eine Entspannungstechnik
Yoga ist mehr als eine Entspannungstechnik. Die Yogis verfolgen einen Ansatz, der der Stärkung von Körper, Geist und Seele gleichermaßen dienen soll. Das asiatische Ganzkörpertraining stärkt nicht nur die Beweglichkeit oder die Muskulatur. Es dient auch der Entspannung und der Ausgeglichenheit. Darüber hinaus hat Yoga auch spirituelle und philosophische Komponenten. Unsere Wellness-Redaktion hat unter http://www.ellviva.de/Wellness/Entspannung.html Informationen zum Thema Entspannung zusammengestellt.

Das Ratgeberportal im Internet heißt ellviva
Das Ratgeberportal ellviva.de ist ein Online-Angebot mit der Kern-Zielgruppe Frauen. Themenschwerpunkte sind Gesundheit mit über 60.000 redaktionellen Seiten
( http://www.ellviva.de/Gesundheit ), aber auch Wellness und Schwangerschaft. ellviva setzt auf qualitativ hochwertigen und detaillierten Content, zum Beispiel zu Krankheiten und Medikamenten. Redaktion: Patrick Jiranek und Sven-David Müller, ellviva-Redaktion.

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