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Zu viel Gewicht und zu wenig Gehirn?

07.09.2012
von Sven-David Müller

Eine neue, im Journal „Neurology“ veröffentlichte Studie zeigt, dass Fettleibigkeit neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus und Bluthochdruck auch zu Schädigungen im Gehirn und möglicherweise Demenz führen kann.

Die Wissenschaftler fanden im Rahmen der Studie heraus, dass bei fettleibigen Menschen, die ansonsten unter keinerlei Krankheiten leiden, ein erhöhtes Risiko für Störungen im Gehirn bestünde. Insgesamt nahmen 6.401 Beamte aus Großbritannien an der Untersuchung teil, die zu Beginn der Studie durchschnittlich 50 Jahre alt waren. Zuerst wurde ihr Body-Mass-Index (BMI) gemessen, anschließend wurde sie über einen Zeitraum von zehn Jahre beobachtet. In dieser Zeit nahmen sie an drei Tests zur Gedächtnisleistung teil.

Schlechtere Gedächtnisleistung bei Übergewichtigen
Als Ergebnis stellten die Wissenschaftler fest: „Während der zehn Jahre der Studie fielen die Punktzahlen der Tests bei Fettleibigen und Menschen mit krankhaft erhöhten metabolischen Werten um 22,5 Prozent schneller als bei denen mit Normalgewicht und ohne Herz-Kreislauf-Erkrankungen.“ Fettleibigkeit kann also auch dann dem Gehirn schaden, wenn die Betroffenen ansonsten gesund sind. Die Wissenschaftler sind sich allerdings noch nicht genau darüber im Klaren, wie Übergewicht und Störungen im Gehirn zusammenhängen. Als mögliche Erklärung geben sie an: „Es könnten gefäßabhängige Störungen sein. Fett lagert sich in den Gefäßen ab und verengt sie.“ Zudem gingen sie davon aus, dass die in den Tests festgestellten kognitiven Auffälligkeiten Demenz verursachten könnten. Weitere Informationen unter http://www.ellviva.de/Gesundheit

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