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Alles über Entschlacken, Glaubersalz und Fasten

11.02.2010
von Sven-David Müller
Entschlackung, Schlacke, Glaubersalz und Fasten sind momentan in aller Munde. In wenigen Tagen beginnt die Fastenzeit 2010. Der Diätexperte Sven-David Müller hat sich jetzt dieser Themen angenommen und in seinem Buch "Gesundheitsrisiko Heilfasten" entzaubert. Heilfasten ist nicht nur gesund, Glaubersalz ein Abführmittel und Entschlackung ist nicht möglich, da es Schlacke im menschlichen Körper überhaupt nicht gibt. In wenigen Tagen fasten wieder viele Menschen nicht aus religiösen Gründen, sondern um ihre Gesundheit zu fördern oder abzunehmen. In Wirklichkeit nützt Fasten insbesondere den Fastenärzten und Fastenkliniken, die sich damit "dumm und dämlich" verdienen, kritisiert Müller. Fasten, Saftfasten, Molkefasten und Heilfasten sind aber nicht für eine gesunde, nachhaltige Gewichtsreduktion geeignet, da eiweißmangelbedingt vorrangig Muskeln, aber kaum Fettgewebe abgebaut werden. Vor diesem Hintergrund sollte kein Mensch, der übergewichtig ist, fasten. Durch den Muskelabbau gefährden Fastende ihre Herzfunktion und fördern die Entstehung des Jojo-Effektes. Damit macht Fasten nicht schlank, sondern dick. Heilfasten ist eine ausgesprochene Gesundheitsgefahr für viele Menschen, die chronisch krank sind.  

Entschlackung ist mit Fasten nicht möglich
Unter dem Begriff Schlacke ist ein Verbrennungsrückstand zu verstehen. Solche fallen im menschlichen Organismus nicht an. Schlacke ist vielmehr ein Abfallprodukt der Erzverhüttung. Im menschlichen Organismus entgiften Leber und Nieren die im Rahmen der Stoffwechselvorgänge anfallenden Produkte. Die Ablagerung von Schlacke ist im Körper des Menschen nicht nachweisbar. Keinem Wissenschaftler ist es bisher gelungen, auch nur ein Milligramm Schlacke nachzuweisen, informiert Müller. Wenn es im Körper keine Schlacke gibt, ist damit auch die Entschlackung durch Fasten ausgeschlossen. Damit ist ein wichtiges Werbeargument der Fasten-Lobby entkräftet. Beim Fasten steigt der Harnsäurespiegel im Blut an. Das kann zur Gicht führen. Außerdem kann es durch das Fasten zur Übersäuerung kommen. Genau genommen „verschlackt“ Fasten also den Organismus.

Glaubersalz führt ab
Zu den meisten Formen des Fastens (Heilfasten, Saftfasten oder Molkefasten) gehört das Glaubersalz. Genau genommen handelt es sich bei Glaubersalz um Natriumsulfat (schwefelsaures Natron). Diese Substanz zieht Wasser in den Dickdarm und wirkt damit als Abführmittel. Der Chemiker und Apotheker Johann Rudolph Glauber (1604 bis 1670) ist der Namensgeber für das Glaubersalz. Mediziner haben es früher als Abführmittel eingesetzt. Heute findet Glaubersalz praktisch nur noch in der „Fasten-Medizin“ Anwendung. In der wissenschaftlich begründeten Medizin hat Glaubersalz keine Bedeutung mehr.

Entschlacken mit Glaubersalz beim Fasten
Die so genannte Entschlackung beim Fasten ist ein Mythos, betont Medizinjournalist Sven-David Müller. Fasten führt nicht zur Entschlackung, sondern vielmehr durch den Abbau von Körperzellen zum Anstieg des Harnsäurespiegels und auch der Cholesterinspiegel steigt beim Fasten (bedrohlich) an. Fasten baut Körpersubstanz, insbesondere Muskulatur, ab und das kann zur Gicht führen. Der Einsatz von Glaubersalz ist in der Medizin obsolet und findet praktisch nur noch bei Fastenkuren statt. Glaubersalz führt ab und Glaubersalz ist nichts anderes als ein Abführmittel. Medizinischer Konsens ist, dass Menschen, die nicht unter Verstopfung (Obstipation) leiden, keine Abführmittel einnehmen sollten. Grundsätzlich sollten Obstipierte Abführmittel nur nach ärztlicher Konsultation einnehmen.

Fasten macht nicht schlank
Die meisten Menschen möchten durch das Fasten ihr Körpergewicht reduzieren. Dabei verliert der Organismus durch das Fasten große Mengen Flüssigkeit, baut Muskeln und nur nachgeordnet Fett ab. Das ist nicht das Ziel von Übergewichtigen. Der Muskelverlust führt gegebenenfalls zur Schädigung des Herzmuskels und senkt in jedem Falle den Grundumsatz. Daher leiden auch praktisch alle Menschen, die gefastet haben, unter dem Jojo-Effekt. Wer gesund abnehmen möchte, sollte täglich reichlich Gemüse und Frischobst essen, viel Mineralwasser trinken und dem Körper ausreichend Protein aus fettarmen Milchprodukten, Seefisch und Sojaprodukten zukommen lassen, empfiehlt Sven-David Müller abschließend.

Warum Fasten die Gesundheit schädigen kann und was Fasten mit autogenem Training zu tun hat, lesen Sie in den imedo-Gesundheitsnews (http://gesundheitsnews.imedo.de/?s=fasten&=Suchen).

Die imedo-Gesundheitscommunity bietet Ihnen die Möglichkeit, sich mit anderen Interessierten auszutauschen, beispielsweise in der Gruppe „Fasten“ (http://www.imedo.de/group/overview/index/180-fasten).

Buchtipps:

Moderne Ernährungsmärchen, Schlütersche Verlagsanstalt/Hannover
Die dicksten Diätlügen, Schlütersche Verlagsanstalt/Hannover
Gesundheitsrisiko Heilfasten, Schlütersche Verlagsanstalt/Hannover

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