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Darmkrebs ist eine Zivilisationskrankheit mit verschiedenen Ursachen

28.02.2011
von Sven-David Müller

Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung in  Westeuropa. Jährlich erkranken allein in Deutschland etwa 71.000 Menschen. Rund 26.000 sterben an den Folgen der Krankheit. Mediziner sehen eine Ursache in den Lebens- und Ernährungsgewohnheiten der Westeuropäer. Aber auch chronische Magen-Darm-Erkrankungen können ein Grund für eine Darmkrebserkrankung sein. Im März findet bundesweit der von der Felix-Burda-Stiftung veranstaltete Darmkrebsmonat statt.

Chronisch Kranke haben ein erhöhtes Darmkrebsrisiko
Viele Menschen haben durch eine chronische Krankheit ein erhöhtes Darmkrebsrisiko. Erkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn können ein bis zu zwanzigfach höheres Risiko als bei der Normalbevölkerung zur Folge haben. Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 haben ein dreifach erhöhtes Darmkrebsrisiko. Zehnmal häufiger von Darmkrebs betroffen sind Menschen, die an einer Glutenunverträglichkeit (auch Zöliakie oder Sprue genannt), leiden und diese nicht behandeln.

Vorsorge ist besonders für Menschen mit erhöhtem Darmkrebsrisiko wichtig
Personen, die einem erhöhten Darmkrebsrisiko ausgesetzt sind, sollten schon in jungen Jahren die Möglichkeiten der Vorsorge nutzen. Colitis ulcerosa und Morbus Crohn werden häufig in der Jugend erkannt, sodass die regelmäßige Kontrolle auf Darmkrebs zu den Routineuntersuchungen zählen sollte. Die Glutenunverträglichkeit wird aufgrund der Vielfältigkeit der Symptome häufig erst spät entdeckt. Sobald eine Diagnose vorliegt, sollte die Ernährung umgestellt und somit das Darmkrebsrisiko reduziert werden.

Jeder kann sein Darmkrebsrisiko reduzieren

Auch Menschen ohne chronische Erkrankungen können ihr Darmkrebsrisiko durch eine gesunde Lebensweise reduzieren. Wer rotes Fleisch, also Rind- oder Schweinefleisch, regelmäßig durch Fisch ersetzt, geht einen ersten Schritt in die richtige Richtung. Ebenso wichtig sind Ballaststoffe, die in Form von Obst, Gemüse und Getreideprodukten täglich gegessen werden sollten. Kommen dazu noch regelmäßiger Sport und der Verzicht auf Nikotin, reduziert sich das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken.

Darmkrebs ist tückisch
Tückisch an der Krankheit Darmkrebs ist, dass sich die Symptome erst zeigen, wenn die Krankheit bereits in einem fortgeschrittenen Stadium ist. Ein erstes Anzeichen, das aber nicht wahrgenommen werden kann, sind winzige Blutbeimischungen im Stuhl. Diese sind für das menschliche Auge nicht sichtbar. Deswegen ist es wichtig, schon vor ersten bemerkbaren Symptomen Darmkrebsvorsorge zu betreiben. In Form eines Tests auf verstecktes Blut im Stuhl (fäkales okkultes Blut; kurz fob) ist das nun auch von zuhause aus möglich. Mit Fobcheck, einem spezifischen Antikörpertest, kann verstecktes Blut im Stuhl zuverlässig nachgewiesen werden. Liegt ein positives Ergebnis vor, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden, um eine genaue Diagnose stellen zu können.

Weiterführende Informationen zum Thema Darmkrebs
www.darmkrebs.de
www.fobcheck.de
www.gastro-liga.de

Über die Gastro-Liga und die Deutsche Krebshilfe sind vielfältige Informationen zum Thema Darmkrebs kostenlos erhältlich.

Redaktion: Sven-David Müller, M.Sc., Medizinjournalist

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