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Deutschland leidet unter Vitaminmangel

28.01.2007
von Sven-David Müller

In Deutschland leiden praktisch alle Menschen unter einem mehr oder weniger ausgeprägten Vitaminmangel, informiert heute Sven-David Müller vom Zentrum für Ernährungskommunikation und Gesundheitspublizistik (ZEK) in Köln und ruft die Bevölkerung zur Umstellung der Ernährungsweise auf. Mit seinem neuen Buch „Vitamin-Ampel“ ist die Auswahl der richtigen, vitaminreichen Lebensmittel besonders einfach. Jeder sollte seine Vitamin-Versorgung überprüfen und gegebenenfalls durch eine Ernährungsumstellung oder die gezielte Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln verbessern, fordert der bekannte Ernährungsexperte Müller. Vom Kleinkind bis zum Senior führen die Menschen in Deutschland zu wenig Vitamin D, Pantothensäure und Folsäure zu. Außerdem leiden nahezu alle Erwachsenen in Deutschland unter einer Biotin-Unterversorgung. Selbst um die Vitamin-E-Zufuhr ist es nicht bestens bestellt, wertet Müller verschiedene Ernährungsstudien aus. Lediglich die Vitamin C-, Pyridoxin- und Riboflavin-Aufnahme entspricht den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) e.V. Mich verwundert es nicht, dass die Menschen in Deutschland zu wenig Vitamine aufnehmen, betont Medizinpublizist Sven-David Müller, der auf die allgemeine Fehlernährung hinweist. Es ist erschreckend, dass gerade einmal zwei Prozent, also nur jeder fünfzigste Mensch in Deutschland, ausreichend Gemüse und Obst verzehren. Dafür gehören Fast Food, Fertiggerichte, gezuckerte Softdrinks und alkoholische Getränke schon zur Alltagsernährung, kritisiert Müller. Viele chronische Krankheiten wie Diabetes mellitus oder entzündliche Leiden erhöhen ähnlich wie bestimmte Medikamente (insbesondere die Antibabypille) den Vitaminbedarf. Natürlich leidet in Deutschland kaum jemand unter den klassischen Vitamin-Mangel-Krankheiten Skorbut, Rachitis, Berberi oder Pellagra, betont Sven-David Müller, Vorsitzender des Deutsche Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und Diätetik, nachdrücklich. Aber eine Vitaminzufuhr, die deutlich unterhalb der Empfehlungen liegt, ist für den Organismus nicht förderlich. Die Folsäurezufuhr liegt in der Regel 50 Prozent unterhalb DGE-Empfehlungen.

 

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Um die Vitamin-Versorgung insgesamt zu verbessern, sollten die Menschen nach Meinung von Sven-David Müller mehr Frischobst sowie rohes und gekochtes Gemüse essen. Außerdem sind Seefisch, hochwertige Pflanzenöle wie Rapsöl und auch Nüsse sowie Samen wichtig. Aber auch fettarmes Fleisch ist ein wichtiger Bestandteil einer gesunden Ernährungsweise, die durch fettarme Milch sowie Milchprodukte ihre Abrundung findet. Um die Folsäureversorgung zu verbessern, sollte neben grünblättrigem Blattgemüse mit Folsäure angereichertes Speisesalz in der Küche Verwendung finden, empfiehlt Müller. Nicht nachvollziehbar ist für mich immer wieder, warum Ernährungsorganisationen und sog genannte Fachleute in Verlautbarungen oder Schriften erst vor Nahrungsergänzungsmitteln warnen und im letzten Satz darauf hinweisen, dass diese in besonderen Lebenssituationen und bei speziellen Bedarfszuständen sinnvoll sind, erklärt Müller. Fast alle Menschen haben entweder spezielle Bedarfszustände oder befinden sich in besonderen Lebenssituationen. Vor diesem Hintergrund ist Warnung und die sich daran anschließende Aussage nicht nachvollziehbar. Auch Nahrungsergänzungsmittel haben ihren festen Platz in der gesundheitsförderlichen Ernährungsweise. Schon durch die Bezeichnung „Ergänzungsmittel“ zeigen diese freiverkäuflichen Produkte auf, dass sie nicht dem Ersatz einer gesunden Ernährungsweise dienen können. Sonst müssten sie ja „Nahrungsersatzmittel“ heißen. Die von angeblichen Verbraucherschützern und unbelehrbaren Ernährungsexperten immer wieder vorgebrachte Meinung, dass Vitamintabletten sinnlos sowie gefährlich seien und die Bevölkerung sie als Alibi für ein ungesundes Verhalten heranziehe, ist durch Studien längst widerlegt. Eine in der Ernährungsumschau publizierte Studie von Ulbricht und Mitarbeitern zeigt deutlich, dass ohnehin Gesundheitsbewußte auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen, während Menschen, die sich praktisch nicht für ihre Ernährungsweise interessieren, diese eben nicht einnehmen. Eine Vitamin-Überdosierung ist über Nahrungsergänzungsmittel ebenfalls nicht möglich, da der Gesetzgeber die Zusammensetzung und Dosierung solcher Produkte festgelegt hat und überprüft. Abschließend weist Müller darauf hin, dass neben der Vitamin-Versorgung in Deutschland auch die Zufuhr der Mineralstoffe - also der Mengen- und Spurenelemente - nicht immer ausreichend sei. Die neue Vitamin-Ampel von Sven-David Müller macht eine optimale Vitamin-Versorgung einfach, denn sie enthält über 16.000 Werte. Vitaminangaben von Lebensmitteln, die besonders leicht die Bedarfsdeckung erreichen, sind nach dem von Sven-David Müller entwickelten Ampelprinzip grün gedruckt. Individuelle fachärztliche Beratung ermöglicht das Beratungsportal http://www.qualimedic.de. Hier können die Nutzer in 57 Online-Sprechstunden 55 Fachärzte kostenlos um Rat fragen. Auf der neuen Seite http://www.vitalstoffakademie.de kann ein Vitamin-Checkup durchgeführt und ausgewiesene Vitamin-Experten um Rat gefragt werden. Bibliografische Daten: Vitamin-Ampel, Knaur Verlag, Sven-David Müller, ISBN 3-426-64364-2, 8,95 Euro.

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