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Fasten ist gefährlich

02.03.2009
von Sven-David Müller

{mosloadposition contentAd} Der Buchmarkt ist überschwemmt mit Werbebüchern über das Fasten und die Entschlackung. Jetzt bringt der Berliner Ernährungsexperte und bundesweit als Fastenkritiker bekannte Sven-David Müller den Ratgeber „Gesundheitsrisiko Heilfasten“ heraus. Erstmalig steht damit ein Werk zur Verfügung, das den Verbraucher sachlich aufklärt. Fastenzeit stellt einen Angriff auf die Gesundheit vieler hunderttausend Menschen dar, macht Sven-David Müller, Vorsitzender des Deutschen Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und Diätetik e.V., deutlich. 


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Da Fasten konkrete Gesundheitsrisiken in sich birgt, fordert der Ernährungsexperte den gesundheitlichen Verbraucherschutz auf, die Verbraucher über die Risiken des Fastens aufzuklären. Methoden in der Gesundheitsförderung und Behandlung von Krankheiten müssen den Kriterien der evidencebasierten Medizin entsprechen und ihre Effekte eindeutig nachweisen. Das ist für Fasten nicht der Fall. Im Gegenteil: Nachweislich schädigt es die Gesundheit und hat praktisch keine wissenschaftlich erwiesenen Vorteile für den Fastenden. Die Grundlagen der menschlichen Physiologie macht das Fasten zu einer unsinnigen und gefährlichen Außenseiterdiät. Dass sich Mediziner überhaupt für unwissenschaftliche, gefährliche Methoden wie Fasten einsetzen, ist wohl rein pekuniär begründet. Das ist unmoralisch und gefährlich, so Müller. Eine Kalorienzufuhr unter 1000, wie sie beim Fasten in jedem Falle gegeben ist, lehnen Ernährungswissenschaftler weltweit ab. Zudem kann eine Ernährungsweise nur gesund sein, wenn sie den Minimalbedarf an Aminosäuren, lebenswichtigen Fettsäuren und natürlichen Mikronährstoffen deckt. Keine dieser Forderungen wird beim Fasten erfüllt. Dafür setzen die Fastenkliniken und Fastenexperten auf Glaubersalz oder Heublumen, mokiert sich der Experte. Fasten aber ist nachweislich schädlich! Es ist eine konkrete Gefahr für Leib und Leben. Die vielgepriesene Entschlackung ist ein reiner Marketinggag, da es Schlacken im menschlichen Körper überhaupt nicht gibt. Aber mit diesem Phantom verdienen die Fastenärzte Millionen. 


In jedem Jahr fasten nach Expertenschätzung mehrere hunderttausend Menschen aus „gesundheitlichen Gründen“. Der geringere Anteil davon in Fastenkliniken oder unter der Aufsicht von Fastenärzten. Leider begeben sich Menschen, die ohne medizinische Kontrolle fasten, in Gefahr. Fasten führt zu Mangelerscheinungen bei Vitaminen, Mineralstoffen sowie lebenswichtigen Eiweißbausteinen und Fettsäuren. Im Endeffekt gerät der gesamte Körperhaushalt aus den Fugen. Zudem führt Fasten zur Übersäuerung, die in diesem Falle eine Ketoacidose zur Folge haben kann. Ich möchte überhaupt nicht wissen, für wie viele Menschen in diesem Jahr eine Fastenkur im Notarztwagen endet, und die Zahl der fastenbedingten Todesfälle ist wahrscheinlich beträchtlich. Fasten schwächt zudem das Immunsystem, da es zur Atrophie der Dünndarmzotten führt. Damit schädigt Fasten das darmassoziierte Immunsystem, das rund 80 Prozent der menschlichen Abwehrkraft ausmacht. Bei Eiweißmangel greift der Organismus unweigerlich auf die in der Muskulatur befindlichen Aminosäuren zurück. Dramatisch kann das insbesondere sein, wenn der Herzmuskel abgebaut wird. Vor diesem Hintergrund dürfen Menschen mit Herzkrankheiten niemals fasten. Das Phänomen des Fastens aus gesundheitlichen Gründen ist ein deutsches. Außerhalb des deutschsprachigen Raums gibt es praktisch keine Fasteneinrichtungen. Die wenigen Ausnahmen sind unter ärztlicher Leitung aus Deutschland. Interessanterweise befürworten nur Fastenärzte und selbsternannte Fastenexperten diese wissenschaftlich nicht abgesicherte Außenseiterdiät. Ich möchte hier nicht von einer Fastenmafia sprechen, aber Fastenkritiker merken rasch, dass dieser Bereich der Gesundheitsindustrie zumindest mafiöse Strukturen aufweist und wissenschaftliche Beweise schuldig bleibt. Viele Fastenärzte machen vielmehr Wissenschaft durch Behauptung oder sie geben sich eigene Leitlinien, die keiner wissenschaftlichen Überprüfung standhalten. In hochkarätigen Fachzeitschriften findet sich nichts von den angeblich so gesunden Effekten des Fastens. 


Gegen religiöses Fasten hat der Berliner Ernährungsexperte hingegen nichts einzuwenden, da es sich hierbei nicht um Hungern, sondern um die Abkehr vom Übermaß und Völlerei handelt, und das ist durchaus gesundheitsförderlich, macht Medizinjournalist Sven-David Müller abschließend deutlich.

Bibliografische Daten: Gesundheitsrisiko Heilfasten - Wie Heilfasten die Gesundheit schädigen kann, Sven-David Müller, Schlütersche Verlagsanstalt, ISBN 978-3-89993-563-9, € 12,90


Die vorgestellten Bücher können zur Rezension unter diaetmueller@web.de oder direkt bei der Schlüterschen Verlagsgesellschaft (rheinlaender@schluetersche.de bestellt werden. 

Das Zentrum für Ernährungskommunikation, Diätberatung und Gesundheitspublizistik (ZEK) mit Sitz in Berlin-Charlottenburg widmet sich insbesondere dem  Ernährungscoaching und betreibt wissenschaftlich begründete publikumsorientierte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in den Bereichen Ernährung, Prävention, Diätetik und Gesundheit. Das ZEK ist ein Zusammenschluss von Ernährungswissenschaftlern, Medizinern, Diätassistenten sowie anderen Natur- und Geisteswissenschaftlern. Der Ernährungs- und Medizinpublizist Sven-David Müller leitet das ZEK.


Zentrum für Ernährungskommunikation, Diätberatung und Gesundheitspublizistik (ZEK), Sven-David Müller, Wielandstraße 3, 10625 Berlin-Charlottenburg, Telefon 030-74780900, 0172-3854563, diaetmueller@web.de, http://www.svendavidmueller.de

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