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Frohes Fett: Weihnachtsspecktakel droht!

19.12.2007
von Sven-David Müller

(Berlin - 19. Dezember 2007): Das klassische Weihnachtsmenü schlägt mit wenigstens 1500 bis 2000 Kilokalorien zu B(a)uche, rechnet Ernährungsexperte Sven-David Müller vom Zentrum für Ernährungskommunikation und Gesundheitspublizistik (ZEK) vor. Aber niemand muss Angst haben, anstatt Zimtsternen, Weihnachtsfestschmaus und Stollen nur noch Weihnachtsgürkchen, Adventskohlrabi und Heiligabendmöhrchen im figur- und gesundheitsbewussten Speiseplan vorzufinden, entwarnt, der Müller, der neben Tipps und Tricks für ein „schlankes“ Fest auch ein alternatives Weihnachtsmenü entwickelt hat. Für viele Menschen entwickelte sich die Weihnachtszeit zum echten „Speck“takel. Eine Studie hat gezeigt, dass zwischen November und Januar das Gewicht um durchschnittlich 370 Gramm steigt. Der Adventsspeck bleibt nach dieser Untersuchung dauerhaft auf den Hüften, betont Sven-David Müller. Die Menschen nehmen also zwischen Neujahr und Weihnachten zu und nicht wie bisher vermutet zwischen Weihnachten und Neujahr, macht der Experte Mut. Wie lecker und figurfreundlich ein Weihnachtsmenü sein kann, beweist er mit dem von ihm konzipierten Weihnachtsmenü, das durch den Austausch weniger Zutaten fast 1000 Kilokalorien einspart. Um die Verträglichkeit des Weihnachtsmenüs, das ganz ohne Fett halt doch nicht auskommt, zu verbessern, rät der Experte zu natürlichen Hilfen wie Kräutern und Gewürzen. Beispielsweise regt hochdosiertes Artischocken-Extrakt den Gallenfluss an und das verbessert die Fettverdauung,

Klassisches Weihnachtsmenü „Frohes Fett“ (1671 kcal)
1 Tasse Cremesuppe (93 kcal)
200 g Gänse-Schenkel (372 kcal)
200 g Rotkohl mit 1 TL Schmalz (124 kcal)
200 g Kartoffelkroketten (449 kcal)
1 Portion Weincreme mit Schlagsahne (476 kcal)
1 Glas Rotwein (157 kcal)

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Figurfreundliches leckeres Weihnachtsmenü „Frohes Fest“ (783 kcal)
1 Tasse Minestrone (35 kcal)
200 g Putenbrust gegrillt (213 kcal)
200 g Broccoli (46 kcal)
200 g Petersilien-Sesam-Pellkartoffeln (150 kcal)
1 großer Bratapfel mit Mandel-Rosinen-Zimt-Füllung (195 kcal)
1 Glas Weißwein (144 kcal)

Erschreckend ist, dass es bei der klassischen Variante schon bei drei Gläsern Rotwein und einem kleinen Nachschlag problemlos auf 2500 Kilokalorien kommt. Das entspricht dem Energiebedarf von fast 1,5 Tagen, rechnet Müller vor. Aber dazu kommen ja noch Frühstück, Weihnachts-Stollen und Abendessen. Die weihnachtlichen Köstlichkeiten wie Spekulatius und Dominosteine nicht zu vergessen. In der Weihnachtszeit sollte die Bewegung nicht zu kurz kommen, um der Kalorienflut Herr zu werden, betont Müller, der ausgedehnte Spaziergänge empfiehlt. Um die Adventssünden auszugleichen, empfiehlt er noch den Genuss von Espresso nach dem Essen. Das erhöht, wie die Verwendung von scharfen capsaicinhaltigen Gewürzen, den Energiebedarf. Zimt entlastet den Stoffwechsel nachweislich. Studien beweisen, dass Zimt den Blutzucker bei Diabetikern zwischen 10 und 30 Prozent senkt. Und was duftet herrlicher als ein selbstgemachter Bratapfel mit Zimt, fragt Diabetesberater Müller.

Quelle: Yanovski JA et al.: A Prospective Study of Holiday Weight Gain. N Engl J Med 2000; 342: 861-867

Die besten Tipps und Tricks gegen den Weihnachtspeck:

1) Machen Sie dem Weihnachtsspeck Beine: Bewegen Sie sich täglich nach dem Essen mindestens 30 Minuten draußen und tanken Sie hier frische Winterluft und Sonnenlicht.
2) Winterlich genießen ohne Reue: Genießen Sie beim vorweihnachtlichen Naschen frische leckere Zitrusfrüchte, die jetzt besonders gut schmecken. Probieren Sie aber auch aromatische Litschees oder Kaki-Früchte. Eine leckere Süßspeise für den Winter sind duftende Bratäpfel. Naschen Sie auch mal Trockenobst wie Aprikosen, Rosinen, Bananenchips und Apfelringe. Greifen Sie zu Plätzchen aus reinem Vollkornmehl und wertvollen Haferflocken. Die enthaltenen sättigenden Ballaststoffe sind natürliche Schlankmacher, die Ihre Gesundheit mehrfach fördern, da sie auch den Cholesterinspiegel senken und den Blutzucker regulieren.
3) Immer nur Weihnachtsgans ist langweilig: Probieren Sie doch mal etwas ganz Anderes: einen schmackhaften Putenbraten mit Backpflaumen, Orangenscheiben und Apfel oder im Ofen gegarten Lachs mit Limetten-Dill-Würze, gefüllte Bach-Forelle oder Kräuter-Zander. Der enthält schlankmachendes, sättigendes Eiweiß, spart viel Fett und die im Fisch enthaltenen lebenswichtigen Omega-3-Fettsäuren sind echter Balsam für Herz und Gefäße.
4) Helfen Sie Verdauung und Stoffwechsel durch Kräuter und Gewürze: Kräuter enthalten viele ätherische Öle und das ist gut für die Verdauung. Außerdem sind sie reich an gesundheitsförderlichen Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Gewürze wie Kümmel und Fenchel beugen Blähungen vor und Zimt senkt sogar Blutfette und Blutzucker.
5) Genießen Sie bunte Salate und Gemüse – aber richtig zubereitet: Salate ohne fettige Dressings - in großen Portionen und schon vor dem Hauptgang, sowie gedünstetes Gemüse wie Brokkoli oder Apfelrotkohl und dazu Pellkartoffeln oder exotischen Couscous, und Saucen aus püriertem Gemüse, viel frischen Kräutern, scharfen Gewürzen und Magermilch.
6) Weihnachtsgebäck kalorisch entschärfen: Wollen Sie ab und zu nicht ganz auf Weihnachtsleckereien verzichten, greifen Sie besser zu den fettarmen Varianten wie Aachener Printen, Pfeffernüsse, Anisplätzchen, Baseler Leckerli oder Springerle.
7) Nur Verbote sind verboten: Verbieten Sie sich auch „gefährlich fette Weihnachtssüßigkeiten“ wie Marzipankartoffeln, Trüffel, Pralinen oder Butterplätzchen nicht völlig, sondern genießen Sie sie langsam und maßvoll. Wählen Sie bei Schokoglasuren die dunkelste Variante, da der hohe Kakaogehalt den Stoffwechsel und den Blutdruck positiv beeinflusst. Wussten Sie, dass Vanille den Schokoappetit vermindern kann?
8) Zimt gehört zum Weihnachtsfest: Zimt ist das klassische Weihnachtsgewürz, das, wo immer es passt - Plätzchen, Obst, Süßspeise, Brätapfel, Kompott, Müsli oder pikante Curry-Zimt-Kreationen - fast jede Mahlzeit bereichern sollte. Zimt wirkt stoffwechselankurbelnd, blutzucker- und cholesterinsenkend, antioxidativ und immunsteigernd und ist nicht nur für Diabetiker empfehlenswert.
9) Dessert einmal anders: Probieren Sie zum Dessert Rote Grütze mit Vanillesoße, Zimtjoghurt mit Bratapfel oder Fruchtsorbet und einen alternativen Käseteller mit Schlankkäse wie Hüttenkäse, Harzer-Käse, Korbkäse, Kochkäse oder leckerem Kräuter-Quark - alles fettarm und reich an schlankmachenden Aminosäuren. Wussten Sie, dass der aromatische Harzer-Käse der fettärmste Käse überhaupt ist? Er ist praktisch fettfrei!
10) Werden Sie Nussknacker: Nüsse und Mandeln sind reich an hochwertigen Inhaltsstoffen und schützen vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Knabbern Sie Hasel-, Wal- und Paranüsse, jedoch nicht zu viel, denn Nüsse sind echte Fettbomben, eine handvoll täglich sind genug.
11) Trinken Sie sich schlank: Oft vergeht der vermeintliche Hunger bereits nach einem Glas Mineralwasser, und Ihr Stoffwechsel dankt es Ihnen, indem er weniger Fett ansetzt. Kaltes Wasser steigert den Energiebedarf des Körpers und Kohlensäure wirkt als Hungerbremse. Trinken Sie also kaltes Mineralwasser mit Kohlensäure. Genießen Sie auch Grünen Tee oder Zimt-Weihnachts-Tees mit Süßstoff - das befriedigt häufig schon die Lust auf Süßes. Greifen Sie nach dem Essen - vor oder nach dem Spaziergang - zu Kaffee oder Cappuccino, ohne Zucker. Das Koffein kurbelt den Stoffwechsel an. Sie sollten in der Summe mindestens 2 Liter am Tag trinken.

Wenn Sie diese kleinen Tipps beherzigen, wird die Weihnachtszeit kein größeres Figurrisiko für Sie darstellen, ohne dass Sie den weihnachtlichen Genüssen gänzlich widerstehen müssten. Weitere Informationen: www.svendavidmueller.de

Buchtipp: Clevere Desserts, Petra Theissen, Sven-David Müller, Prof. Hademar Bankhofer und Michael Beck, Verlag Schlütersche, ISBN 3899935136, 10,90 Euro. Rezensionsexemplare kostenlos unter diaetmueller@web.de.

Das Zentrum für Ernährungskommunikation und Gesundheitspublizistik (ZEK) widmet sich insbesondere der individuellen Ernährungsberatung und betreibt wissenschaftlich begründete publikumsorientierte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Bereich Ernährung, Prävention und Diätetik. Das ZEK ist ein Zusammenschluss von Ernährungswissenschaftlern, Medizinern, Diätassistenten sowie anderen Natur- und Geisteswissenschaftlern. Zentrum für Ernährungskommunikation und Gesundheitspublizistik (ZEK), z. Hd. Sven-David Müller, Wielandstraße 3 – Vorderhaus/EG, 10625 Berlin-Charlottenburg, 0172-3854563, diaetmueller@web.de, http://www.nutrimedic.de

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