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Refraktive Augen-Chirurgie: Augenlaser gegen Sehschwäche

28.10.2009
von Sven-David Müller
Zwei Drittel der in Deutschland lebenden Erwachsenen benötigen eine Brille. Menschen mit Sehschwäche nutzen meist Brillen oder Kontaktlinsen um ihr Sehdefizit auszugleichen. Manche allerdings stört es, ständig ein Brillengestell auf der Nase zu haben oder sie empfinden die Handhabung der Kontaktlinsen als kompliziert. Diesen Menschen hilft die Refraktive Chirurgie – die Augenlaser-Operation zu Korrektur der Brechkraft. Heute nutzen Experten vor allem Augenlaserverfahren um Sehschwächen zu korrigieren. Immer mehr Patienten interessieren sich für die Augenlaser-Therapie. Der Berliner Medizinjournalist  Sven-David Müller hat den renommierten Augenlaser-Experten Professor Michael C. vom LASIK Zentrum der Universitätsklinik Mannheim befragt.

Trend: Augenlaser ersetzt immer häufiger die Brille
Die Brille kann als äußeres Zeichen von Intelligenz interpretiert werden. Brillenträger selbst empfinden das Tragen ihrer Sehhilfe jedoch häufig als störend. Das Ausweichen auf Kontaktlinsen kommt trotzdem nicht für alle in Frage, da ihnen das Einsetzen und Herausholen der Kunststofflinsen unangenehm ist. Eine Alternative bietet die Refraktive Chirurgie durch Laserbehandlung der Augen (Augenlaser-Therapie).

Augenlaser verändert Hornhaut
Das Ziel der Refraktiven Chirurgie besteht darin, die zentrale Hornhaut gezielt zu verändern, um so die Lichtbrechung zu beeinflussen. Durch Nutzung verschiedener Laser-Wellenlängen können Experten die individuell variierenden Sehschwächen der Patienten korrigieren, sodass diese anschließend in der Lage sind, ohne Sehhilfe scharf zu sehen.
Lasik Methode nur für spezielle Dioptrien Bereiche möglich
Das heute am häufigsten eingesetzte Verfahren nennen Experten „Laser-in-situ-Keratomileusis“ (LASIK). Der Vorteil der LASIK-Operation besteht darin, dass der Chirurg sie unter der Hornhautoberfläche vornimmt, der Patient nach der Augenlaser-Therapie keine Schmerzen verspürt, und sofort nach der Behandlung ein scharfes Bild sehen kann. Die LASIK-Methode kommt allerdings nur für Patienten mit Sehschwächen von maximal minus 10 bis plus 4 Dioptrien sowie einer Hornhautdicke von mindestens 500 µm in Frage.

Ablauf einer Augenlaser-Behandlung
Im Zuge der LASIK-Methode löst der Experte eine dünne Lamelle einseitig von der Hornhaut ab und klappt sie mit dem Deckgewebe zur Seite. Der Augen-Laser kommt anschließend auf dem darunter liegenden Gewebe zum Einsatz und spaltet Hornhautzellen auf, beziehungsweise löst sie ab. Im Anschluss an die Augenlaserbehandlung klappt der Chirurg das Gewebe wieder zurück an seinen ursprünglichen Platz. Bis alle Schnittstellen vollständig verheilt sind, können mehrere Monate vergehen.

Anstieg der Augenlaser Korrekturen in Deutschland
Jedes Jahr führen Experten im Zuge der Refraktiven Chirurgie 25.000 bis 124.000 Augenlaser-Operationen durch. Gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für Augenlaser-Operationen bisher nicht. Die Patienten müssen derzeit mit 1.000 bis 2.000 Euro pro Auge rechnen.

Medizinjournalist Sven-David Müller im Interview mit dem ausgewiesenen Augenlaser-Experte Prof. Dr. med. Michael C. Knorz, vom FreeVis LASIK Zentrum (www.freevis.de/mannheim/index.html) des Universitätsklinikums Mannheim.

Sven-David Müller: Bei welchen Veränderungen der Sehfähigkeit kann die Laserbehandlung der Augen die Brille ersetzen?
Prof. Dr. Michael C. Knorz: Bei Kurzsichtigkeit bis maximal -10 Dioptrien, Weitsichtigkeit bis maximal +4 Dioptrien, und Hornhautverkrümmung bis maximal 5 Dioptrien.

Sven-David Müller: Übernehmen die privaten und gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine Augenlaserbehandlung?
Prof. Dr. Michael C. Knorz: Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen die Kosten nicht übernehmen, auch nicht in Ausnahmefällen. Die privaten Kassen müssen die Kosten ebenfalls nicht übernehmen, beteiligen sich aber in einigen Fällen.

Sven-David Müller: Mit welchen Risiken und Nebenwirkungen muss bei oder nach einer Augenlaserbehandlung gerechnet werden?
Prof. Dr. Michael C. Knorz: An erster Stelle ist das trockene Auge zu nennen. Es kommt vorübergehend zu einer vermehrten Trockenheit der Augen, die mit Tropfen behandelt wird. Schwere Nebenwirkungen sind extrem selten. LASIK wurde im Jahr 2008 durch die NASA zur Korrektur einer Fehlsichtigkeit auch bei Astronauten zugelassen.

Sven-David Müller: Woran kann ein Interessent einen qualifizierten Augenarzt und ein qualifiziertes Augenlaserzentrum erkennen?
Prof. Dr. Michael C. Knorz: Als Mindestanforderung ist zu nennen, dass der behandelnde Arzt auf der Anwenderliste des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands steht. Diese findet man im Internet unter www.augeninfo.de/krc. Optimal ist eine spezialisierte Augenlaser-Klinik oder -Praxis, die sich der regelmäßigen Prüfung durch den TÜV Süd unterwirft. Diese Kliniken finden sich auf der Homepage des TÜV Süd und unter www.lasik-tuev.de.

Sven-David Müller: Wie lange dauert eine Augenlaserbehandlung und welche "Nachbehandlungen" sind notwendig?
Prof. Dr. Michael C. Knorz: Die Behandlung dauert in der Regel 15 bis 20 Minuten für beide Augen. Zur Nachbehandlung dienen Augentropfen, die einige Wochen lang gegeben werden müssen. Kontrollen sind nach einigen Tagen und einigen Wochen erforderlich.

Die Seite operationauge.de (http://www.operationauge.de/) bietet umfassende Informationen rund um das Thema Auge sowie Erfahrungsberichte von anderen Betroffenen, die sich haben behandeln lassen.

In der Gruppe „Das Auge“ (http://www.imedo.de/group/overview/index/15-rund-um-s-auge) der imedo-Gesundheitscommunity können Sie sich nicht nur über Kurzsichtigkeit, sondern auch über Homöopathie für Augen austauschen.

In den imedo-Gesundheitsnews erfahren Sie mehr zu Chancen und Risiken einer Augenlaserbehandlung: http://gesundheitsnews.imedo.de/news/1013660-chancen-und-risiken-der-augenlaserbehandlung-mit-lasik

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